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		<title>Der Mann ohne Gesicht</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Oct 2013 07:45:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Rauh</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Es gibt kein Foto von Martin Margiela außer einem vermeintlichen von 1997, das mit 11 Jahren Verspätung in der New York Times gedruckt wurde. Das Problem daran: ehemalige Mitarbeiter von Martin Margiela sagen, bei dem Mann auf dem Bild handele es sich keinesfalls um Martin Margiela. Was exakt dem Prinzip Margiela entspricht, egal, wer da nun auf diesem Foto zu sehen ist. Erstaunlicherweise führte das Foto bei seinem Erscheinen aber zu überhaupt keinem nennenswerten Aufruhr in der dem Personenkult verfallenen Modeindustrie. Vielleicht gibt es kein wirkliches Interesse daran, Margiela zu enttarnen, weil der Spaß dann ja irgendwie auch vorbei wäre. Im Dezember hat Margiela nun tatsächlich die Maison Martin Margiela und damit die Bühne, die er eigentlich nie richtig betreten hat, nach mehr als 20 Jahren verlassen. Was bleibt vom Meister der surrealen Mode und wie geht es weiter mit seiner Marke? &#160;  //Foto: Michael Hoelzl©2013VG-Bildkunst-Bonn// &#160; Eine Duftmarke hat Martin Margiela noch gesetzt, bevor er eingepackt und das Designerkollektiv in der Rue Saint-Maur sich selbst überlassen hat. Sein Parfum heißt „Untitled“ und wurde in Zusammenarbeit mit L’Oréal entwickelt. „Ich denke, das Parfum für L’Oreal war Martins letzter Akt für Maison Martin Margiela. Ein surrealistischer Duft &#8211; ähnlich vielleicht Marcel Duchamps „Pariser [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt kein Foto von Martin Margiela außer einem vermeintlichen von 1997, das mit 11 Jahren Verspätung in der New York Times gedruckt wurde. Das Problem daran: ehemalige Mitarbeiter von Martin Margiela sagen, bei dem Mann auf dem Bild handele es sich keinesfalls um Martin Margiela. Was exakt dem Prinzip Margiela entspricht, egal, wer da nun auf diesem Foto zu sehen ist. Erstaunlicherweise führte das Foto bei seinem Erscheinen aber zu überhaupt keinem nennenswerten Aufruhr in der dem Personenkult verfallenen Modeindustrie. Vielleicht gibt es kein wirkliches Interesse daran, Margiela zu enttarnen, weil der Spaß dann ja irgendwie auch vorbei wäre. Im Dezember hat Margiela nun tatsächlich die Maison Martin Margiela und damit die Bühne, die er eigentlich nie richtig betreten hat, nach mehr als 20 Jahren verlassen. Was bleibt vom Meister der surrealen Mode und wie geht es weiter mit seiner Marke?</p>
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<p><a href="http://gracekeller.de/wp-content/uploads/2013/10/MMM2010_©MichaelHoelzl.jpg"><img class="size-full wp-image-364 aligncenter" alt="MMM2010_©MichaelHoelzl" src="http://gracekeller.de/wp-content/uploads/2013/10/MMM2010_©MichaelHoelzl.jpg" width="680" height="440" /></a></p>
<p style="text-align: center;"> //Foto: <a href="http://www.michaelhoelzl.com/" target="_blank">Michael Hoelzl</a>©2013VG-Bildkunst-Bonn//</p>
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<p>Eine Duftmarke hat Martin Margiela noch gesetzt, bevor er eingepackt und das Designerkollektiv in der Rue Saint-Maur sich selbst überlassen hat. Sein Parfum heißt „Untitled“ und wurde in Zusammenarbeit mit L’Oréal entwickelt. „Ich denke, das Parfum für L’Oreal war Martins letzter Akt für Maison Martin Margiela. Ein surrealistischer Duft &#8211; ähnlich vielleicht Marcel Duchamps „Pariser Luft“ &#8211; gleichzeitig auch sehr autobiografisch, indem er uns an Martins langjährigen Favoriten Patchouli erinnert. Und was für eine Flasche: fashion and the&#8230; bubble,“ schreibt Chris Dercon, Direktor des Hauses der Kunst in München. Über die Wahl des Partners könnte man sich wundern &#8211; gehörte MMM nicht ohnehin seit ein paar Jahren zu Renzo Rossos mächtigem Diesel-Konzern, womit es längst, wenn auch indirekt, im Mainstream angekommen ist. Margiela ist gegangen, der Duft ohne Titel wird uns wahrscheinlich noch viele Jahre auf den Straßen von Paris, Berlin und Tokio anwehen wie der Duft eines Geliebten, der noch lange im Raum schwebt. Aber blicken wir zurück. Martin Margiela wuchs als Sohn eines Parfum- und Perückenhändlers im belgischen Limburg auf und studierte später an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Antwerpen. Dort, so heißt es, sei er quasi die Nummer 7 der legendären Antwerp Six gewesen – Bikkembergs, Demeulemeester, van Beirendonck, van Noten, Yee und van Saene – aber wer sich mit dem Phänomen Margiela und seiner Geschichte befasst, stößt immer wieder auf Ungereimtheiten, so auch hier. Die Zusammensetzung der Antwerp Six wechselt je nach Quelle, es scheint, als würde man nach Informationen Suchende ganz bewusst verwirren. Jedenfalls schloss Margiela sein Studium bereits vor den anderen ab, ging nicht mit nach London und machte sich nach ein paar Assistenzjahren bei Jean Paul Gaultier 1988 zusammen mit seiner Partnerin Jenny Meirens als Maison Martin Margiela selbständig. Nebenbei war er von 1998 bis 2003 Chefdesigner des eher konservativen Hauses Hermès, was angesichts seines avantgardistischen Ansatzes seltsam anmutet, aber für seine ausgeprägte Liebe zum Handwerk spricht, aus dessen genauer Kenntnis bestimmte Designs überhaupt erst entstehen konnten. „Es geht nicht um Recycling und Dekonstruktion, sondern um gutes Schneiderhandwerk,“ fasst Linda Loppa, die Margiela von Anfang an als frühere Intendantin des berühmten MoMu (Modemuseum in Antwerpen) förderte und heute Direktorin der Polimoda (International Institute of Fashion Design and Marketing) in Florenz ist, Margielas Ansatz zusammen. Nur wer weiß, wie ein Blazer geschnitten ist, kann ihn auch dekonstruieren.</p>
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<p><a href="http://gracekeller.de/wp-content/uploads/2013/10/MMM_9750_©MichaelHoelzl.jpg"><img class="size-full wp-image-368 aligncenter" alt="MMM_9750_©MichaelHoelzl" src="http://gracekeller.de/wp-content/uploads/2013/10/MMM_9750_©MichaelHoelzl.jpg" width="680" height="440" /></a></p>
<p style="text-align: center;"> //Foto: <a href="http://www.michaelhoelzl.com/" target="_blank">Michael Hoelzl</a>©2013VG-Bildkunst-Bonn//</p>
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<p>Für die 90er Jahre war die Vorgehensweise Margielas geradezu unerhört. Zur Blütezeit des Pomp und des Personenkultes verweigerte er sich dem Medienrummel um die eigene Person. Schon bald delegierte er Interviews an sein Pressebüro, man sprach von „wir“, von einer kollektiven Identität, die sich einem Geheimbund gleich im Pariser Atelier zusammenfand und im Verborgenen an immer neuen Kreationen wirkte. Gemeinsam, gelenkt von ihm, dem Meister aus Flamen, von dem noch heute alle schwärmen, die dabei waren. „Du würdest ihn mögen,“ sagt einer, der mit ihm gearbeitet hat. Bescheiden sei er, zurückhaltend und empathisch. Manchmal sei er im Mini-Cooper auf den Hof gefahren, oft sei er aber auch einfach zu Fuß gekommen. Einen eigenen Arbeitsraum habe Margiela nicht gehabt. Der einzige Luxus, den er sich leistete, sei die ihm vorbehaltene Treppe in das Atelier gewesen. Seine Mitarbeiter wussten nie, ob er vielleicht schon da war oder gleich kommen würde, oder möglicherweise doch nicht. Allerdings war seine konzeptionelle Methodik vom Team ohnehin so intensiv verinnerlicht, dass er bei Erscheinen auch kaum wahrgenommen wurde. Radikal war sein Ansatz, das Unsichtbare nach außen zu kehren, Altes in einen neuen Kontext zu bringen, das Neue zu antikisieren und das Kollektive über das Persönliche zu stellen. Manches ging dabei ins Groteske. Die Models trugen Haarperücken über den Gesichtern, defilierten mit schwarz geschminkten Augenbalken, ihre Köpfe wurden mit Nylonstrümpfen anonymisiert. Möbel bekamen Hussen, Böden wurden einheitlich geweißt. Margielas Mitarbeiter waren stets in weiße Kittel gehüllt. Das betraf alles und alle und war ein ausgesprochenes Dogma, sogar für die Kantinenköche. Er, Jenny Meirens und ein weiterer Mitarbeiter trugen diese Farbe aber nie. Auf geradezu maßlose Art zelebrierte Margiela seine Bescheidenheit und Zurücknahme und katapultierte sich gerade so in den Olymp des Personenkults. Es gipfelte darin, dass er sich irgendwann überhaupt nicht mehr fotografieren ließ, auch von engen Mitarbeitern gab es keine Bilder mehr und Interviews, wenn überhaupt, nur noch schriftlich. Ein merkwürdiger Habitus für jemanden, der in einer profilneurotischen Branche, die vor allem von Selbstinszenierung lebt, eine nicht immer geschätzte, aber über lange Zeit zentrale Rolle spielt. Erstaunlich auch, dass das Konzept des Nichterscheinens mehr als zwanzig Jahre lang konsequent umgesetzt werden konnte. Und beinahe noch erstaunlicher, dass Martin Margielas konzeptionelles Understatement noch nach seinem offiziellen Ausscheiden aus dem Unternehmen, das seinen Namen trägt, von Dritten wie selbstverständlich fortgeführt wird. Vielleicht geschieht dies tatsächlich aus Respekt.</p>
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<p style="text-align: center;"><a href="http://gracekeller.de/wp-content/uploads/2013/10/MMM_9739_©MichaelHoelzl.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-370" alt="MMM_9739_©MichaelHoelzl" src="http://gracekeller.de/wp-content/uploads/2013/10/MMM_9739_©MichaelHoelzl.jpg" width="680" height="440" /></a></p>
<p style="text-align: center;"> //Foto: <a href="http://www.michaelhoelzl.com/" target="_blank">Michael Hoelzl</a>©2013VG-Bildkunst-Bonn//</p>
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<p>Mit den markanten No-Logos hat Margiela den Grundstein zu einer Bewegung gelegt, die in seiner Anfangszeit Underground war und heute beinahe Mainstream ist. Welch’ passende Ironie: sein No-Logo als Branding ist um ein vielfaches prägnanter, als es ein Etikett mit gut lesbarem Markennamen je sein könnte. Der einfache Stoffschnipsel, in immergleicher Art mit groben Stichen in die Kleidung geheftet, ist eine klare Kennzeichnung, die Margielas Kleidung unmissverständlich ihrer Herkunft zuordnet. Die Nummerierung erfolgt nach klar festgelegten Codes, die Eingeweihte wie Hieroglyphen dechiffrieren und wie ein Mantra beten. So steht die 0 für die von Hand gefertigte Artisanal-Kollektion, die 3 steht für Parfum, 22 für Schuhe, 11 für Accessoires, 13 für Objekte und Publikationen, usw. Den Zahlen 0 bis 23 ist konsistent eine bestimmte Linie oder ein bestimmtes Projekt zugeschrieben; in einer Zahlenreihe wird die jeweils geltende von einem schlichten Kreis umschlossen. Wie Rei Kawakubo auch war Martin Margiela Role-Model einer Ära und beeinflusste die Talente des zeitgenössischen Fashion Business. Haider Ackermann, Raf Simons oder Viktor &amp; Rolf – alle konzeptionell Arbeitenden, die sich heute großer Popularität erfreuen, sind von ihm geprägt. Wie sehr, lässt ihre Reaktion auf die Anfrage einer Stellungnahme zum Kollegen vermuten: „Ich glaube nicht, dass er dazu etwas zu sagen hat, da er keinerlei Verbindung zu ihnen (MMM, Anm.d.R.) hat,“ war die prompte Antwort von Haider Ackermanns PR-Abteilung in Paris &#8211; was leicht verschnupft klingt, wenn man bedenkt, dass der in Antwerpen ausgebildete Kolumbianer kurzzeitig für den Posten des Creative Directors im Haus Margiela im Gespräch war. Ähnliches ist von Raf Simons Presseabteilung zu vernehmen, auch wenn diese sich diplomatischer auszudrücken weiß. Und selbst das Label BLESS, das immerhin im gleichen Pariser Hinterhof logierte, mit Margiela zumindest gut bekannt war und oft als Epigone wahrgenommen wird, gibt sich zugeknöpft, mit der Begründung, dass das Haus Margiela „durch Martins Verlassen auch ein wenig an Bedeutung verloren“ habe. Ob es die Angst vor dem Vergleich ist, schlichter Zeitmangel oder branchentypische Borniertheit? Das Gesicht wird jedenfalls gewahrt, das eigene und das von Martin Margiela.</p>
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<p style="text-align: center;"><a href="http://gracekeller.de/wp-content/uploads/2013/10/MMM_9744_©MichaelHoelzl.jpg"><img class="size-full wp-image-371 aligncenter" alt="MMM_9744_©MichaelHoelzl" src="http://gracekeller.de/wp-content/uploads/2013/10/MMM_9744_©MichaelHoelzl.jpg" width="680" height="440" /></a></p>
<p style="text-align: center;">//Foto: <a href="http://www.michaelhoelzl.com/" target="_blank">Michael Hoelzl</a>©2013VG-Bildkunst-Bonn//</p>
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<p>Auch nach seinem Fortgang werden die Rätsel um Margiela nicht gelöst. Mit Martin Margiela ist es wie mit dem Kopf eines Geheimbundes, dessen Mitglieder auf mysteriöse Weise dazu gebracht werden, zu schweigen. Nicht nur Margiela selbst, auch die Strategie des Hauses gibt Rätsel auf. Einerseits beschwört MMM in der medialen Verweigerung eine nonkonformistische Avantgarde, die sich den Gesetzen der Branche verweigert, andererseits befinden sich die Boutiquen an schillernden Kultstätten wie der Mailänder Via della Spiga, in der Nähe des Palais Royal in Paris, im schicken Tokioter Distrikt Shibuya oder an der Münchner Leopoldstraße &#8211; und dass der Store ausgerechnet in Beverly Hills nicht leicht zu finden ist, macht die Wahl des Standorts auch nicht subversiver. Aber vielleicht sind das die Kompromisse, die man schließen muss, wenn man seine Mitarbeiter bezahlen und den Rücken für seine Projekte frei haben will. Kreativität ist ohne Kapital eben recht schnell erschöpft. Die Tatsache, dass Martin Margiela nie wie ein typischer Chefdesigner gearbeitet hat, mag der Grund dafür sein, dass es tatsächlich in seinem Sinn weitergeht, möglicherweise ganz anders als es bei Helmut Lang, Wolfgang Joop oder auch Jil Sander der Fall war. Auch sie wurden von großen Konzernen aufgekauft – doch das von ihnen verkörperte Design wurde im Anschluss verraten. Vielleicht hat Margiela es wirklich geschafft, seinem Team den Kollektivgedanken so stark einzuprägen – und die Weigerungen, ihn preiszugeben, der Presse Bilder oder auch nur eine Beschreibung von ihm oder seinem Gesicht zuzuspielen, sprechen dafür – dass sein Konzept auch ohne ihn weitergeführt wird. Wie es im Märchen „Des Kaisersneue Kleider“ nur die Idee anstatt des Stoffes gibt, bedarf es für Maison Martin Margiela keiner greifbaren Person. Konzept geht über Körper, die Linie lebt im Schwarm. Das dies gelingt, lässt auch die Präsentation der Homecollection im eleganten Mailänder Corso Como anlässlich des Salone del Mobile hoffen. Als wäre nichts geschehen gibt sich das Who-is-Who der internationalen Fashion- und Designelite im April 2010 zu „Position Assis“, „The Maison in a Room“ und „Moustache Guard“ die Klinke in die Hand.</p>
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<p style="text-align: center;"><a href="http://gracekeller.de/wp-content/uploads/2013/10/MMM_9786_©MichaelHoelzl.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-372" alt="MMM_9786_©MichaelHoelzl" src="http://gracekeller.de/wp-content/uploads/2013/10/MMM_9786_©MichaelHoelzl.jpg" width="680" height="440" /></a></p>
<p style="text-align: center;"> //Foto: <a href="http://www.michaelhoelzl.com/" target="_blank">Michael Hoelzl</a>©2013VG-Bildkunst-Bonn//</p>
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<p>Die Maison Martin Margiela Interior Linie greift das Moment der Täuschung des Trompe-l’oeil auf, das schon in Margielas Kleidung eine große Rolle spielt. Entstanden aus einer konkreten Situation &#8211; das Atelier zog aus der herrschaftlichen Maison Particulière in ein zwar schönes, aber teils sehr billig umgebautes ehemaliges Kloster in der Nähe der Rue Oberkampf– begann man, die Stuckelemente der früheren Räume auf Papierbahnen zu drucken, die barocken Türen, das abgelaufene Parkett, und damit den neuen Ort zu verändern, ihm eine andere Identität zu geben, vorwiegend in Weiß, der Farbe des leeren Blattes, das es noch zu beschreiben gilt. Inzwischen hat sich die Interiorlinie verselbständigt. Es gibt Kooperationen mit Droog, luxuriösen Hotels, der Elle Décoration und &#8211; man wagt kaum es auszusprechen &#8211; im Juni 2009 hat Ikea eine Ausstellung mitfinanziert. Margiela ist gegangen, er lässt sein Haus und dessen Bewohner hinter sich. Die Räume werden sich aufs Neue füllen. Wieder und wieder. Und wer weiß, vielleicht mischt er sich einmal unter die Weißkittel in der Rue Saint-Maur, nur so aus Spaß. Wer würde das bemerken?</p>
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<p style="text-align: center;"><a href="http://gracekeller.de/wp-content/uploads/2013/10/MMM_9821_©MichaelHoelzl.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-373" alt="MMM_9821_©MichaelHoelzl" src="http://gracekeller.de/wp-content/uploads/2013/10/MMM_9821_©MichaelHoelzl.jpg" width="680" height="440" /></a></p>
<p style="text-align: center;">//Foto: <a href="http://www.michaelhoelzl.com/" target="_blank">Michael Hoelzl</a>©2013VG-Bildkunst-Bonn//</p>
<p style="text-align: left;">Dieser Beitrag wurde auch in <a href="http://www.trafficnewstogo.de">TRAFFIC News to-go</a> veröffentlicht.</p>
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		<title>New Couture</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Sep 2013 07:52:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Rauh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Design]]></category>
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		<description><![CDATA[In Berlin tut sich was. Die Stadt wird glamourös. Gab es noch in den 90er Jahren oft nicht mal einzige Frau im Club, die Lippenstift trug, reichen sich im  Jahr 2010 die sorgfältig zurechtgemachten Schönen die Klinke in die Hand. Und sogar vor den sonst gerade in Berlin so stilberatungsresistenten Herren macht diese Entwicklung nicht halt: Sie sehen aus wie moderne Großstadtdandys, mögen Anzüge und Fliegen, tragen Hüte, Reiterstiefel und Gamaschen und sehen damit so hinreißend aus, dass man sich immer wieder selbst gratuliert, nicht schon längst aus ungeduldiger Verzweiflung das Handtuch geschmissen und in eine der garantiert geschmackssicheren, aber eben doch auch langweiligeren Großstädte gezogen zu sein. Die aktuellen Kollektionen in Berlin lebender Nachwuchsdesigner spiegeln den neuen Trend zum kleidsamen Kleidungsstück wieder. Endlich! Denn es ist höchste Zeit, dem internationalen Publikum etwas anderes anzubieten, als die immergleiche, brav reduzierte New-Media-Großraum-Büro-Wear, oder die ewigen, mit grobem Stich zusammengebastelten Beinkleider aus Hanf oder bedrucktem Cotton.War Berlin bislang nicht eben für die Präsentation von High Fashion und Couture bekannt, scheint sich das, auch dank junger Designer wie Sam Frenzel, Dawid Tomaszewski, Saena und Frida Weyer, allmählich zu ändern. Gut, bleiben wir mal auf dem Teppich, respektive dem absatzmordenden Pflaster über märkischem Sand: Berlin wird im internationalen Fashion-Zirkus bestimmt [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img alt="Picture 3" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2010/01/Picture-3.png" width="1002" height="604" /></p>
<p>In Berlin tut sich was. Die Stadt wird glamourös. Gab es noch in den 90er Jahren oft nicht mal einzige Frau im Club, die Lippenstift trug, reichen sich im  Jahr 2010 die sorgfältig zurechtgemachten Schönen die Klinke in die Hand. Und sogar vor den sonst gerade in Berlin so stilberatungsresistenten Herren macht diese Entwicklung nicht halt: Sie sehen aus wie moderne Großstadtdandys, mögen Anzüge und Fliegen, tragen Hüte, Reiterstiefel und Gamaschen und sehen damit so hinreißend aus, dass man sich immer wieder selbst gratuliert, nicht schon längst aus ungeduldiger Verzweiflung das Handtuch geschmissen und in eine der garantiert geschmackssicheren, aber eben doch auch langweiligeren Großstädte gezogen zu sein.</p>
<p>Die aktuellen Kollektionen in Berlin lebender Nachwuchsdesigner spiegeln den neuen Trend zum kleidsamen Kleidungsstück wieder. Endlich! Denn es ist höchste Zeit, dem internationalen Publikum etwas anderes anzubieten, als die immergleiche, brav reduzierte New-Media-Großraum-Büro-Wear, oder die ewigen, mit grobem Stich zusammengebastelten Beinkleider aus Hanf oder bedrucktem Cotton.<img title="More..." alt="" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" />War Berlin bislang nicht eben für die Präsentation von High Fashion und Couture bekannt, scheint sich das, auch dank junger Designer wie <a href="http://sounds-like-me.com/blogs/ofahion_blog/2010/01/21/ich-schaue-nach-vorne-ohne-das-gute-in-der-vergangenheit-zu-vergessen/">Sam Frenzel</a>, <a href="http://www.dawid-tomaszewski.com/">Dawid Tomaszewski</a>, <a href="http://www.saena.eu/">Saena</a> und <a href="http://www.fridaweyer.com">Frida Weyer</a>, allmählich zu ändern.</p>
<p>Gut, bleiben wir mal auf dem Teppich, respektive dem absatzmordenden Pflaster über märkischem Sand: Berlin wird im internationalen Fashion-Zirkus bestimmt kein zweites Paris, London oder Mailand werden. Aber wäre nicht genau das auch fatal? Kaum eine andere Stadt hat derzeit so viel Potential, eine eigenständige Mode-Handschrift zu entwickeln, wie die dekadent-spröde Schöne im Osten unserer Republik. Berlin muss nur noch ein bisschen erwachsener werden. Und genau das könnte gerade passieren. Danke Sam, danke Dawid, danke Frida, danke Saena. Und danke <a href="http://www.mercedes-benzfashionweek.com/shows/hausach-couture.html">Sascha</a>, auch wenn Du gar nicht in Berlin bist, sondern in Hamburg. Aber das muss ja nicht für immer sein&#8230;</p>
<p>DAWID TOMASZEWSKI</p>
<p><img alt="_ZM_8718b" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2010/01/ZM_8718b.jpg" width="800" height="533" /></p>
<p><img alt="_ZM_8810c" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2010/01/ZM_8810c.jpg" width="800" height="542" /></p>
<p>SAENA</p>
<p><img alt="Picture 2" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2010/01/Picture-2.png" width="1021" height="682" /></p>
<p style="text-align: center;">//© Saena &#8220;This was the saena&#8217;s first collection, we produced all in Germany and we use only silk, &#8230;//</p>
<p><img alt="Picture 1" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2010/01/Picture-1.png" width="1023" height="688" /></p>
<p style="text-align: center;">//&#8230; cotton and silk-cotton mixed fabric for the collection.&#8221;//</p>
<p style="text-align: left;">Dieser Beitrag wurde auch auf <a href="http://www.sounds-like-me.com">Sounds-Like-Me</a> veröffentlicht.</p>
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		<title>Watch out or I will gun you down</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Sep 2013 21:16:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Rauh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fashion]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Klare Ansage. Die französische Kunstfigur Princess Hijab zieht sich den schwarzen Schleier an und streift durchs nächtliche Paris, um Werbeposter zu „hijabizen“ und ihre Hijab-Ads and Wände zu kleben. Auch das Internet ist nicht vor ihrem Kampf sicher. „Straight edge in behaviour and language, I’m a mutant fighting for a cause,“ beschreibt sie sich selbst. Sie selbst bleibt im Verborgenen, umschreibt jedoch im Manifest auf ihrer Website sehr klar ihre Motive. „L’Oreal &#38; Co killed me little by little“. Sie fühlt sich beschmutzt, ihre Kunst ist ihre Antwort, ihr Kampf. Dabei betont sie ihre Unabhängigkeit und künstlerische Freiheit. Sie gehört  keiner Lobby, keiner politischen oder religiösen Bewegung an. Princess Hijab sieht sich vielmehr als schlaflosen Punk, als Anführerin eines künstlerischen Djihad. „You know what? My only masters are Bob Flanagan and Darth Vador.“ Dieser Beitrag wurde auch auf Sounds-Like-Me veröffentlicht.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Klare Ansage. Die französische Kunstfigur Princess Hijab zieht sich den schwarzen Schleier an und streift durchs nächtliche Paris, um Werbeposter zu „hijabizen“ und ihre Hijab-Ads and Wände zu kleben. Auch das Internet ist nicht vor ihrem Kampf sicher. „Straight edge in behaviour and language, I’m a mutant fighting for a cause,“ beschreibt sie sich selbst.</p>
<p><img alt="PrincessHijab_1_15" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2009/08/PrincessHijab_1_15.gif" width="720" height="576" /></p>
<p>Sie selbst bleibt im Verborgenen, umschreibt jedoch im <a href="Auch das Internet ist nicht vor ihrem Kampf sicher." target="_blank">Manifest</a> auf ihrer <a href="http://www.princesshijab.org" target="_blank">Website</a> sehr klar ihre Motive. „L’Oreal &amp; Co killed me little by little“. Sie fühlt sich beschmutzt, ihre Kunst ist ihre Antwort, ihr Kampf. Dabei betont sie ihre Unabhängigkeit und künstlerische Freiheit. Sie gehört  keiner Lobby, keiner politischen oder religiösen Bewegung an. Princess Hijab sieht sich vielmehr als schlaflosen Punk, als Anführerin eines künstlerischen Djihad. „You know what? My only masters are Bob Flanagan and Darth Vador.“</p>
<p><img title="More..." alt="" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" /></p>
<p><img alt="PrincessHijab_hijabized1_500" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2009/08/PrincessHijab_hijabized1_500.jpg" width="700" height="500" /></p>
<p><img alt="PrincessHijab_3_04B" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2009/08/PrincessHijab_3_04B.gif" width="720" height="576" /></p>
<p><img alt="PrincessHijab_hijabized2_500" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2009/08/PrincessHijab_hijabized2_500.jpg" width="700" height="500" /></p>
<p><img alt="PrincessHijab_2_08B" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2009/08/PrincessHijab_2_08B.gif" width="720" height="576" /></p>
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		<title>Frank Hülsbömer-The Fiction Of Science</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Sep 2013 07:51:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Rauh</dc:creator>
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		<category><![CDATA[The Fiction of Science]]></category>
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		<description><![CDATA[„Der Verkauf interessiert mich eigentlich nicht,“ sagt der in Berlin lebende Fotograf Frank Hülsbömer (Wallpaper, Beaux Arts Magazine) auf die Frage, was genau ihn am Publizieren reizt. Er sei im Gegenteil sogar ein bisschen wie der Juwelier in E.T.A. Hoffmanns „Das Fräulein von Scuderie,“ der sich seine Schmuckstücke zurückholt und dabei auch vor Greueltaten nicht zurückschreckt. Aber keine Sorge, so weit würde Frank Hülsbömer niemals gehen. Er hat einen anderen Weg gefunden. Indem er sie in seinem Bildband THE FICTION OF SCIENCE versammelt, konserviert er einige seiner Werke für den Betrachter für die Ewigkeit &#8211; und eben auch für sich. //Foto: Michael Hoelzl©2010VG-Bildkunst-Bonn// &#160; „Whether sketchily visualized thoughts or meticulously staged motifs, his dynamic depictions of immobile objects often resemble computer renderings,“ heißt es im Katalog des Gestalten Verlages zur Vorstellung Deines Buches THE FICTION OF SCIENCE. Woher kommt Deine Liebe zur Perfektion? &#62;&#62; Es ist keine Liebe. Eher eine Angst und Unwohlsein, wenn etwas nicht gut ist. Von Perfektion will ich gar nicht sprechen. Es gibt sie nicht. Perfektion ist nur eine Idee, die man anstreben kann. Wie definierst Du „Schönheit“? &#62;&#62; Sie bedingt Geist, Intelligenz, Humor, Ernsthaftigkeit, eigenständigen Charakter und die richtigen Proportionen des Körpers zu seiner Oberfläche und der Farben zu ihrer [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>„Der Verkauf interessiert mich eigentlich nicht,“ sagt der in Berlin lebende Fotograf <a href="http://www.frankhuelsboemer.de/" target="_blank">Frank Hülsbömer</a> (<a href="http://www.wallpaper.com/" target="_blank">Wallpaper</a>, <a href="http://www.beauxartsmagazine.com/" target="_blank">Beaux Arts Magazine</a>) auf die Frage, was genau ihn am Publizieren reizt. Er sei im Gegenteil sogar ein bisschen wie der Juwelier in E.T.A. Hoffmanns „Das Fräulein von Scuderie,“ der sich seine Schmuckstücke zurückholt und dabei auch vor Greueltaten nicht zurückschreckt. Aber keine Sorge, so weit würde Frank Hülsbömer niemals gehen. Er hat einen anderen Weg gefunden. Indem er sie in seinem Bildband<a href="http://www.gestalten.com/books/detail?id=ceafb21a239418a601239437453d0004" target="_blank"> THE FICTION OF SCIENCE</a> versammelt, konserviert er einige seiner Werke für den Betrachter für die Ewigkeit &#8211; und eben auch für sich.</p>
<p><img alt="4630w1sw" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2010/01/4630w1sw.jpg" width="700" height="469" /></p>
<p>//<a href="http://www.michaelhoelzl.com/" target="_blank">Foto: Michael Hoelzl©2010VG-Bildkunst-Bonn</a>//</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>„Whether sketchily visualized thoughts or meticulously staged motifs, his dynamic depictions of immobile objects often resemble computer renderings,“ heißt es im Katalog des Gestalten Verlages zur Vorstellung Deines Buches THE FICTION OF SCIENCE. Woher kommt Deine Liebe zur Perfektion?</strong></p>
<p>&gt;&gt; Es ist keine Liebe. Eher eine Angst und Unwohlsein, wenn etwas nicht gut ist. Von Perfektion will ich gar nicht sprechen. Es gibt sie nicht. Perfektion ist nur eine Idee, die man anstreben kann.</p>
<p><strong>Wie definierst Du „Schönheit“?</strong></p>
<p>&gt;&gt; Sie bedingt Geist, Intelligenz, Humor, Ernsthaftigkeit, eigenständigen Charakter und die richtigen Proportionen des Körpers zu seiner Oberfläche und der Farben zu ihrer Anordnung und Menge.</p>
<p><strong>Deine Arbeiten scheinen oft ein Wechselspiel aus Theoretischem und Visuellem zu sein; Du selbst wirkst manchmal eher wie ein visueller Philosoph als ein Fotograf. Wie würdest Du Dich selbst in Deiner Arbeit beschreiben?</strong></p>
<p>&gt;&gt; Gefällt mir. Vielleicht drucke ich doch mal Visitenkarten: F. Hülsbömer, visueller Philosoph, Musterstrasse&#8230;</p>
<p><img title="More..." alt="" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" /></p>
<p><strong>Hattest Du von Anbeginn Deiner beruflichen Laufbahn an eine Faszination für geometrische Arrangements oder hat sich Dir die Bilderwelt über einen anderen Zugang erschlossen?</strong></p>
<p>&gt;&gt; Die Geometrie ist u.a. durch die Beschäftigung mit der Sprache der Mathematik (Gottlob Frege/Begriff, Funktion, Bedeutung) in den Vordergrund getreten. Organische Arrangements waren aber noch nie mein Ding. Das kann die Natur besser.</p>
<p><strong>Wer sind Deine Vorbilder im fotografisch-künstlerischen Bereich? Und wer in anderen Bereichen?</strong></p>
<p>&gt;&gt; <a href="http://www.romansigner.ch/" target="_blank">Roman Signer</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Fischli_und_David_Weiss" target="_blank">Fischli&amp;Weiss</a> in der bildenden Kunst. In der Literatur Musil, Joyce, Bachmann aber ich lese fast nie Fiction, es sei denn, sie gibt vor, Wissenschaft zu sein. Musik: alles von Bach bis DAF. Es gibt vieles in der zeitgenössischen Musik, was mir gefällt: Battles, Fever Ray, Hot Chip, Moderat, TV on the Radio, Wild Beasts&#8230;</p>
<p><strong><img alt="4636w1sw" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2010/01/4636w1sw.jpg" width="700" height="469" /></strong></p>
<p>//<a href="http://www.michaelhoelzl.com/" target="_blank">Foto: </a><a href="http://www.michaelhoelzl.com/" target="_blank">Michael Hoelzl©2010VG-Bildkunst-Bonn</a>//</p>
<p><strong>Gibt es einen bestimmten Grundsatz, nach dem Du arbeitest?</strong></p>
<p>&gt;&gt; Es muss zu einem solchen Grad neu und ungesehen sein, dass man maximal Verwandte darin erkennt aber es niemals kopiert oder epigonisch ist. Es gibt nur einen Menschen mit der Namenskombination Frank Hülsbömer auf diesem Planeten, da mein Nachname sehr selten ist. Ähnlich individualistisch ist meine Arbeitsmaxime. Aber natürlich gibt es Einflüsse und Moden, denen ich mich nicht verschließen kann oder will.</p>
<p><strong>Was inspiriert Dich? Gibt es Motive, die Dich immer wieder faszinieren?</strong></p>
<p>&gt;&gt; Ich baue seit ein paar Jahren meine Motive ja ausschließlich selber, weil ich mir, aufgrund einer einschneidenden Änderung in meinem Leben, schnell eine Parallelwelt bauen musste, die alle Widersprüche zulässt oder sogar glücklich vereint.</p>
<p>Ich arbeite stark mit bzw. aus dem Unbewussten. Farben und Formen bilden hier Gedanken und Erzählungen, die teilweise nur gefühlt und geahnt werden können. Das Bewusste kann mir größtenteils gestohlen bleiben. Es wurde gerade in der letzten Zeit in der (Konzept-) Kunst völlig überschätzt und hat sich &#8211; in einem Wust von Theorie, Erklärungen und Analysen &#8211; sehr breit gemacht und den Spielball der Kunst an die Kritiker abgegeben, dabei wissen wir doch, dass das Unbewusste eine Denkmaschine von so unglaublicher Geschwindigkeit und Komplexität ist, dass ein Computer mit einer solchen Rechenleistung an dem banalsten aller Probleme scheitern würde; seiner eigenen Kühlung. Der Neurologe Wolf Singer  (Prof. Dr. Wolf Singer, Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt/Main) hat dazu einmal sehr amüsante Ausführungen gemacht.</p>
<p><strong>Du hast eine Weile in New York gelebt, in Warschau und lebst aktuell vorrangig in Berlin. Welcher Wohnort war Dein liebster und wo hast Du das bis jetzt günstigste Klima zum Arbeiten für Dich vorgefunden und warum?</strong></p>
<p>&gt;&gt; Anfang der 90er mit 23 Jahren in New York&#8230; das war eine Befreiung. Mit einem Schlag verlor ich fast sämtliche chronischen Krankheiten. Es war ein einziger Rausch. Ich habe dort aber noch nicht künstlerisch gearbeitet sondern nur getankt und schlechte deutsche Gewohnheiten abgelegt. In Warschau begann ich langsam mit dem künstlerischen Arbeiten. In Berlin gerät man schnell an einen &#8220;point of no return&#8221;. Wo kann man danach noch ernsthaft leben und arbeiten? Vielleicht in einem mittelalterlichen Dorf in Italien aber dort würde ich den ganzen Tag nur im Garten auf einen Pfirsichbaum starren und käme nicht mehr zum Arbeiten</p>
<p><strong>Gibt es einen Ort, an den es Dich immer wieder zieht, beziehungsweise einen, an dem Du noch nicht warst, den Du aber unbedingt besuchen möchtest?</strong></p>
<p>&gt;&gt; Ja, Israel. Ich werde nun dieses Jahr endlich dort hinfahren zu einer Hochzeit in Tel Aviv. Auch wenn mich die politische Situation enorm aufregt.</p>
<p><img alt="4616w1sw" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2010/01/4616w1sw.jpg" width="700" height="469" /></p>
<p>//<a href="http://www.michaelhoelzl.com/" target="_blank">Foto: Michael Hoelzl©2010VG-Bildkunst-Bonn</a>//</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Wenn Du unabhängig von finanziellen und räumlichen Gegebenheiten wärst, welches Projekt würdest Du umsetzen?</strong></p>
<p>&gt;&gt; Finanzen und Räume sind nicht meine Begrenzung. Eher Zeit. Ich hätte gerne mehr Zeit, um mein Unbewusstes weiter vollzupumpen und den Alltag auszublenden. Dann würde ich da sitzen und warten, bis mein Prozessor anfängt zu rotieren. Es gibt kaum Schöneres, als den handwerklichen Akt des Fotografierens, bei dem das Unterbewusste die Hand führt und den Plan manchmal spontan über den Haufen wirft. Ich lache dabei manchmal vor Rührung oder Überraschung.</p>
<p><strong>An was arbeitest Du aktuell?</strong></p>
<p>&gt;&gt; An den Photokinetics. Sie entwickeln sich mehr und mehr zu animierten Filmen. Ich träume davon, aus ihnen ein Musikvideo für Radiohead zu machen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><img alt="TheFictionCover" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2010/01/TheFictionCover.png" width="1012" height="718" /></p>
<p><strong>THE FICTION OF SCIENCE, </strong><strong>Frank Hülsbömer</strong></p>
<p>144 Seiten, Hardcover, 39,90-€ | Format: Format: 24,5 x 33 cm | ISBN: 978-3-89955-276-8 | Gestalten Verlag</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>„Et hätt noch immer jut jejange.“ &#8211; Im Gespräch mit Nikolaus Jagdfeld</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Sep 2013 07:42:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Rauh</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was passiert mit Berlin – bleibt die Stadt an der Spree ein panerotisches Armenhaus oder hat sie eine glanzvollere Zukunft? Wer könnte besser darüber nachdenken als jemand, der Berlin sowohl aus der Perspektive der Sub- als auch der Hochkultur kennt und der darüber hinaus mit einigen Metropolen dieser Welt recht gut vertraut ist. &#160; //Foto: Michael Hoelzl©2013VG-Bildkunst-Bonn// Nikolaus Jagdfeld ist vielen Berlinern ein Begriff. Als Gründer des legendären Scala Clubs in der Friedrichstrasse und auch als Mit-Geschäftsführer des Berliner Departmentstore Quartier 206, einem in ganz Europa für sein einzigartiges Konzept und Angebot bekannten Kaufhaus der Luxusklasse, hat er sich in kurzer Zeit einen Namen gemacht. Recht neu eröffnet hat er den Departmentstore-Cabinet Store, eine Art Raritätensammlung, die sich wohltuend vom sterilen Design anderer Konzept-Stores abhebt. Mode, Fotografie und Interior-Design verbinden sich im Departmentstore-Cabinet, Kunden finden „eine Vielfalt von Objekten unterschiedlichster Art und Herkunft (die) zu einer neuen Einheit und Weltsicht“ verschmelzen. In seinem Berliner Büro gibt Nikolaus Jagdfeld zwischen einer eklektischen Mischung ausgewählter schwarz-weiß Fotografien, ethnischer Kunst und abendländischer Designklassiker Einblick in seine Gedanken über die Zukunft des Handels und Berlin und beantwortet dabei auch ein paar persönliche Fragen. MR_ Ist Berlin nicht nach wie vor eine sehr spröde Stadt, was Luxus anbelangt? [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Was passiert mit Berlin – bleibt die Stadt an der Spree ein panerotisches Armenhaus oder hat sie eine glanzvollere Zukunft? Wer könnte besser darüber nachdenken als jemand, der Berlin sowohl aus der Perspektive der Sub- als auch der Hochkultur kennt und der darüber hinaus mit einigen Metropolen dieser Welt recht gut vertraut ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img alt="jagdfeldsw2" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2010/04/jagdfeldsw2-661x1024.jpg" width="661" height="1024" /></p>
<p style="text-align: center;">//Foto: <a href="http://www.michaelhoelzl.com/" target="_blank">Michael Hoelzl</a>©2013VG-Bildkunst-Bonn//</p>
<p style="text-align: center;">
<p>Nikolaus Jagdfeld ist vielen Berlinern ein Begriff. Als Gründer des legendären Scala Clubs in der Friedrichstrasse und auch als Mit-Geschäftsführer des Berliner Departmentstore <a href="http://www.departmentstore-quartier206.com/" target="_blank">Quartier 206</a>, einem in ganz Europa für sein einzigartiges Konzept und Angebot bekannten Kaufhaus der Luxusklasse, hat er sich in kurzer Zeit einen Namen gemacht. Recht neu eröffnet hat er den Departmentstore-<a href="http://www.departmentstore-cabi.net/">Cabinet Store</a>, eine Art Raritätensammlung, die sich wohltuend vom sterilen Design anderer Konzept-Stores abhebt. Mode, Fotografie und Interior-Design verbinden sich im Departmentstore-Cabinet, Kunden finden „eine Vielfalt von Objekten unterschiedlichster Art und Herkunft (die) zu einer neuen Einheit und Weltsicht“ verschmelzen.</p>
<p>In seinem Berliner Büro gibt Nikolaus Jagdfeld zwischen einer eklektischen Mischung ausgewählter schwarz-weiß Fotografien, ethnischer Kunst und abendländischer Designklassiker Einblick in seine Gedanken über die Zukunft des Handels und Berlin und beantwortet dabei auch ein paar persönliche Fragen.</p>
<p><img title="More..." alt="" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" /></p>
<p>MR_ <strong>Ist Berlin nicht nach wie vor eine sehr spröde Stadt, was Luxus anbelangt? Wie ist das mit den Kunden im Department Store? Sind das Leute, die von irgendwoher nach Berlin kommen oder sind es Berliner?</strong></p>
<p>NJ_ Wir haben im Departmentstore Quartier 206 natürlich viele Touristen, wir haben deutschland- oder europaweit Kunden, aber es kommen auch viele Berliner. Eine weitere große Gruppe sind russische Kunden. Zum einen dadurch, dass Russland nahe ist, den Berlinern auch mental nah ist -– nach achtzig Jahren Kommunismus war Berlin der erste sichere Hafen. Es gibt eine ganze Menge Russen die hier wohnen, die auch keine Berührungsängste vor Ost-Berlin haben. Darüber hinaus gibt es einen Trend zum Zweitwohnsitz in Berlin. Viele wohlhabende Familien aus ganz Deutschland haben heute eine Wohnung in Mitte. Die ziehen dort hin, wo Kunst, Kultur, Restaurants und interessante Geschäfte sind.</p>
<p>Eine ähnliche Entwicklung kennt man schon länger aus anderen Ländern &#8211; Familien in Frankreich oder England, aus Manchester oder Liverpool, New Castle, Marseille oder Bordeaux, haben eine Zweitwohnung in der Hauptstadt. Das passiert hier auch. Manche ziehen zwar nach Charlottenburg, aber im Prinzip ist West-Berlin wie Köln und Hamburg – fertig. Ein Tennisclub, Golfclub, Italiener, ein Stück KuDamm&#8230; da wird alles nur noch substituiert. Wenn zum Beispiel in Hamburg ein Restaurant aufmacht, muss ein anderes schließen, wohingegen hier im Ostteil Berlins immer etwas Neues eröffnen kann und da macht keiner zu. Es wächst sukzessive.</p>
<p>MR_ <strong>Ich habe gehört, dass Sie das alte Kino, das Scala in der Friedrichstrasse, nach langem Leerstand quasi zuerst wieder nutzten, weil Sie einen Raum suchten, in dem Sie ungestört laut Gitarre spielen konnten.</strong></p>
<p>NJ_ Ja, ich wollte dort Schlagzeug spielen. Ich habe dann einen Club aufgemacht und den drei Jahre geführt, immer mit einem jeweiligen Manager. Das letzte Jahr war das der Connie, Connie Opper.</p>
<p>MR_ <strong>Vom Rio.</strong></p>
<p>NJ_ Genau, das Rio machte gerade zu. Ja, das Scala habe ich gegründet, die Firma gehört mir auch noch &#8211; aber ich löse sie jetzt auf.</p>
<p>MR_ <strong>Machen Sie noch Musik?</strong></p>
<p>NJ_ Ich spiele selber  selber ein bisschen, ja. Ich lege auf, spiele Gitarre und spiele Klavier, aber nicht mehr so viel. Es ist weniger geworden leider, durch die Arbeit, aber ich spiele noch mit großer Freude. Und ich höre unglaublich viel. Ich lebe sehr mit Musik. Wenn ich aufstehe, mache ich als erstes Musik an.</p>
<p>MR_ <strong>Sie haben in London studiert, wie ist das, von London nach Berlin zu ziehen?</strong></p>
<p>NJ_ Sehr angenehm. London ist eine ganz andere Art Stadt. Da ist viel mehr&#8230; da ist mehr Druck. Viele Ausländer bringen ihr Geld nach London, wegen der Steuervorteile. Man kann fast sagen, wer seine Firma verkauft, weltweit, zieht nach London. Auch die über fünfhundert Jahre Kolonialzeit merkt man London an, es leben mehr als 12 Millionen Menschen dort. Das hat unglaublich viel Kraft und Druck. Das Essen ist hervorragend, viele Dienstleistungen sind die besten in Europa&#8230; London ist eine wunderbare Stadt die ich sehr mag und auch vermisse. Allerdings ist London auch sehr teuer. Wenn man einmal aus dem Haus geht, ist man zwanzig Pfund los, selbst wenn man gar nichts macht.</p>
<p>Berlin gefällt mir unglaublich gut, es ist lockerer, einfacher. Man kann in Berlin vieles machen und es gibt viel Spannendes. Berlin wächst als Stadt auch neu zusammen, während alle anderen Städte sehr fertig entwickelt sind. Berlin findet sich neu. Es entwickelt sich eine neue Art von, man sagt „Berliner Republik“ &#8211; viele Deutsche sind einmal im Monat hier, gehen dann in den bekannten Restaurants essen, oder treffen sich mit Leuten, oder was auch immer. Wir hatten seit achtzig Jahren keine richtige Hauptstadt und auch keine richtige Metropole. Ein junger Lagerfeld ist abgehauen aus dem Norddeutschen nach Paris. Er ging nicht nach München oder Hamburg denn da „ging nichts.“ Das heißt, natürlich „ging da was,“ aber für eine richtig gute Person bot Paris mehr Potential.</p>
<p>MR_ <strong>Bis Ende der neunziger Jahre ist fast jeder, der wirklich erfolgreich sein wollte, weggegangen aus Deutschland, zumindest im Designbereich.</strong></p>
<p>NJ_ Ja, Köln, Hamburg und München und Düsseldorf bieten eben auch nicht die Plattform für eine bestimmte Qualität, das muss man leider sagen.</p>
<p>MR_ <strong>Woran liegt das? Liegt das an der deutschen Mentalität? Liegt es auch am Neid?</strong></p>
<p>NJ_ Es liegt an der Größe der Stadt. Und es liegt an der Sicherheit und an dem Wohlstand in Deutschland. Wenn Sie sich mal so einen Melting Pot wie London anschauen, wo es gar kein soziales Netz gibt, da haben Sie in jedem Supermarkt jemanden, der Ihnen die Tüten einpackt. Da lastet ein ganz anderer Druck auf den Menschen. Oder nehmen Sie New York, mit den vielen Einwanderern &#8211; oder insgesamt die USA mit den vielen Hispanics &#8211; da ist eine ganz andere Bewegung, eine andere Reibung. Natürlich sind da auch ganz andere Möglichkeiten. Das New York der 80er Jahre, als keiner den Überblick hatte, war ziemlich wild. Viele sagen, es erinnert sie an das Berlin von heute. Und so hat jede Stadt, auch einen gewissen Entwicklungsabschnitt, in dem sie sich befindet. In Berlin ist es gerade besonders spannend, weil es diese Konstellation so sonst nirgends auf der Welt gibt.</p>
<p>MR_ <strong>In Berlin ändert sich vieles. Ich habe den Eindruck, es wird vieles professioneller.</strong></p>
<p>NJ_ Die Leute werden älter.</p>
<p>MR_ <strong>Ja, sie werden älter und haben auch einen anderen Anspruch. Es ist ein deutlich anderer Dreh dazugekommen, als etwa vor zehn Jahren in Berlin. Was mich lange gestört hat, an dieser Stadt – was ich auf der einen Seite sehr mochte, weil man sehr viel Raum zum Ausprobieren hatte, aber was auf der anderen Seite auch am Weiterkommen hindert, man blockiert sich ja selber &#8211; ist dieses ewige „Gebastel“. Jeder bastelt was.</strong></p>
<p>NJ_ Ja, jeder ist zwischen zwei Projekten. Sie treffen jemanden, „was machst Du grade“ „wir arbeiten gerade an so einem Projekt,“ sechs Wochen später trifft man ihn, „na, wie läuft das Projekt“ „welches Projekt.“</p>
<p>MR_ <strong>Genau.</strong></p>
<p>NJ_ Das liegt aber eben auch daran, wie viel Druck auf den Leuten lastet. In Berlin gab es das lange nicht. Aber was macht man hier? Stellen Sie sich vor, Sie sind Designstudent, Modestudent, und sind fertig hier in Berlin. Wo gehen Sie denn hin? Zu Michalsky? Wenn Sie Glück haben. Was machen Sie in Paris? Da gehen Sie zu Chanel, Dior, Yves Saint Laurent, oder wohin auch immer. Das heißt, dort sind schon ganz andere Strukturen. Die Strukturen wachsen aber in Berlin auch mit der Gesellschaft und der Stadt weiter.</p>
<p>Wer in den neunziger Jahren kam und aufbaulustig war, irgendwas machen wollte, zum Beispiel in der Auguststrasse, Linienstrasse, Scheunenviertel, wo auch immer, zum Beispiel einen Club im Keller&#8230; Zum Beispiel Cookie. Das Cookies war umsonst, for free, easy going, ging alles. Irgendwann hat es Eintritt gekostet, dann ist es mal umgezogen, mittlerweile macht das Cookies Veranstaltungen und hat als Sidekick das Cream und Cookie fährt mit Sicherheit auch nicht mehr in die Uckermark in Ferien, sondern nach Ibiza oder nach Portugal. Was auch genau richtig ist! Diese Entwicklung gibt es mit vielen anderen Leuten auch. Die Autos sind heute Range Rover und nicht mehr der Passat&#8230; So wächst alles und dem entsprechend, wachsen auch die Ansprüche. Es gibt viele Berliner, die jetzt international arbeiten, zum Beispiel Stylisten oder Fotografen, die leben in Berlin, fahren nach Paris, gehen dort Mittagessen, bekommen den Job bezahlt nach Pariser Tarif. Wenn sie zurückkommen fangen sie an, bestimmte Standards, die sie von dort kennen, auch hier nachzufragen. Sei das Organic Food, gewisse Dienstleistungen&#8230; und das wächst dann alles Stück für Stück. In Berlin ist eine unglaubliche Aufbruchs- und Unternehmerstimmung. Vieles ist möglich.</p>
<p>Berlin zieht viel Potential an. Es kommen junge Franzosen, Italiener, Engländer &#8211; die wollen auch erst mal Party machen, easy living, das wofür Berlin berühmt ist -  aber sie finden sich auch in Grüppchen zusammen und machen gute Sachen. Das ganze intellektuelle Potential, das rein gesogen worden ist in die Stadt, das muss erst noch sichtbar werden – und auch erfolgreich. Ich glaube, das ist genau der Prozess, der die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre interessant ist.</p>
<p>Im Bereich Wissenschaft ist Berlin ja bereits gut aufgestellt. Mit Adlershof bekommen wir einen guten Technologie-Standort, die Charité gehört neben Harvard mittlerweile zu den weltbesten Medizin-Standorten. Künstler sind exzellent vertreten, das Design-Dienstleistungssegment ist mit vielen Grafikern und anderen Freelancern gut vertreten. Was natürlich fehlt, ist eine industrielle Basis. Die Industrie wurde lange über den Westen subventioniert und nach der Wende konnten die Betriebe nicht mehr existieren, weil sie von Transferleistungen gelebt haben und als sie sich dann dem Markt stellen mussten, gingen sie den Bach runter. Auf der anderen Seite sehe ich das aber auch halb als Vorteil. Wenn man sieht, was derzeit in Thüringen passiert oder auch im Ruhrgebiet – wir müssen in Berlin nicht de-industrialisieren. Das ist in Thüringen ein richtiges Desaster. Man verwendet Steuergelder, um Opel aufrecht zu erhalten, aber die Amis haben sowieso vor, abzuhauen. Man macht sich was vor, wenn man noch zwei Jahre die Arbeitsplätze hält – danach kommt die Schließung so oder so. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten in Berlin auch noch Autowerke zu stützen, die langsam dahinsiechen, weil die Produktion sich nun einfach mal nach Asien verlagert&#8230;</p>
<p>Die Amerikaner sind da schon weiter. Es gibt ja drei Hauptsektoren, Agrar, Produktion, also Industrie, und Dienstleistungen. Die USA sind im Dienstleistungssektor schon sehr weit. Eine Dienstleistung kann ich nicht von woanders her bekommen. Stellen Sie sich vor, Sie bestellen sich eine Massage, die kommt nicht aus China, die kommt aus Berlin. Oder Sie lassen sich die Nägel machen, dafür fliegen Sie nicht nach Hong Kong oder lassen sich was schicken, das machen Sie vor Ort.</p>
<p>MR_ <strong>Dann sehen Sie die Zukunft Berlins eher auf dem Dienstleistungs- oder Handelssektor?</strong></p>
<p>NJ_ Im Bereich Dienstleistung und Tourismus. Aber ich glaube, dass auch andere Branchen sich hier wieder ansiedeln werden. Es gibt ja schon erste Versuche, zum Beispiel im Bereich der Medien. Wenn man sich allein die Filmbranche anschaut &#8211; was die aus Köln und München nach Babelsberg oder nach Berlin gebracht hat, das ist schon beachtlich. Berlin hat viel Potential. Jedem gefällt’s, alles ist gut – „allet schick,“ wie man hier so sagt.</p>
<p>MR_ <strong>Haben Sie ein persönliches Motto, oder gibt es einen Grundsatz, nach dem Sie leben, ein Leitmotiv?</strong></p>
<p>NJ_ Ja, das rheinische Glaubensbekenntnis. Das habe ich, als ich klein war, durch meinen Großvater kennen gelernt. „Tu niemand was an, was Du nicht willst, was man Dir antut, jeder Jeck is ene andere, jedem Tierchen sein Pläsierchen“ &#8211; so was in der Richtung. Das sind ein paar Grundregeln, die einfach überall funktionieren und ich glaube daran.</p>
<p>MR_ <strong>Ihr Großvater ist jemand, der für Sie besonders wichtig ist?</strong></p>
<p>NJ_ Ja, klar, aber auch genau so wichtig ist mein Vater. Von meinem Großvater habe ich viel gelernt, was Lebensweisheiten angeht. Aber alle anderen in meiner Familie sind mir aber ebenso wichtig. Ich habe auch viel von meiner Mutter gelernt. Ich bin auf dem Land aufgewachsen, dort bekommt man viele solcher Grundsätze mit. „Et is wie et is“. Vielleicht wäre das sogar das Obermotto. Es kütt wie et kütt und et is noch immer jut jejangen. Und sonst versuche ich, ohne Furcht durchs Leben zu gehen. Das ist auch wichtig.</p>
<p>MR_ <strong>Was bedeutet für Sie persönlich Glück?</strong></p>
<p>NJ_ (Pause)&#8230; Das ist schwer zu sagen. Gesundheit, dass alle Leute die mir wichtig sind, gesund sind, das ist vielleicht das größte Glück. Und Sachen machen zu können, die einem Spaß machen, das ist auch Glück. Glück ist auch, wenn es allen Leuten gut geht, besonders denen, die einem wichtig sind. Glück gehört entscheidend dazu zum Leben. Man braucht Glück. Das weiß ich auf jeden Fall auch. Und sonst&#8230; Gustav Gans? (lacht) Man sollte genügsam und demütig sein. Man wird oft darauf trainiert, dass Glück nur das und das heißt &#8211; mir reicht das relativ simpel. Eigentlich reicht würde es reichen, wenn alle gesund sind und hier sind. Alles andere kommt und geht und heißt auch nicht so viel. Es kütt wies kütt und ist wie’s ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Déja Vu?</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Sep 2013 15:04:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Rauh</dc:creator>
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		<description><![CDATA[“We are creating the most visible store in the world for the ‘most invisible designer&#8217;,&#8221; so Federico Marchetti, Gründer und CEO der Yoox Gruppe. Na, da hat er sich mit seinem Kumpel Renzo ja was Feines ausgedacht. Margiela als 24/7 eStore, nicht nur bei Yoox, sondern jetzt auch noch, mit Yoox&#8217; Unterstützung, auf der eigenen Seite. Läuft wohl immer noch nicht gut genug, Jungs? &#8220;Many times, I heard friends asking me where they could find some of the amazing creations by Maison Martin Margiela,&#8221; sagt Herr Rosso. Na gut. Aber auch wenns die slicken Freunde am Pool nicht verstehen, muss man das Konzept doch nicht anbieten wie Sauerbier. Schneller und zielstrebiger kann man ein ehemaliges Avantgarde-Label jedenfalls nicht entzaubern. (Mehr zum Dramolett Margiela/Rosso/Marchetti kann man übrigens hier in einem Artikel von Friederike Steinert nachlesen.) Der erst im September angekündigte Launch der neuen MMM Brillenlinie  in Kooperation mit Cutler and Gross wird die Kommerzialisierung der bislang als eher unverkäuflich geltenden Marke nicht aufhalten. Ganz im Gegenteil kann man sich die Modelle &#8216;Theo&#8217; und &#8216;Chloe&#8217;  so gut an Großstadtnasen in aller Welt vorstellen, dass sie für eltäre Avantgarde-Einsätze eindeutig disqualifiziert sind: //&#8221;&#8216;wrong size&#8217; &#8211; a geometric play on lenses seemingly ill-fitting the frame&#8221; und &#8220;&#8216;anatomic&#8217; &#8211; an enlarged rounded shape enveloping [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>“We are creating the most visible store in the world for the ‘most invisible designer&#8217;,&#8221; so Federico Marchetti, Gründer und CEO der Yoox Gruppe. Na, da hat er sich mit seinem Kumpel Renzo ja was Feines ausgedacht. Margiela als 24/7 eStore, nicht nur bei <a href="http://www1.yoox.com/searchresult.asp/tskay/B490DC11/dept/women/type/1/textsearch/margiela/toll/A/ipp/40/gender/D" target="_blank">Yoox</a>, sondern jetzt auch noch, mit <a href="http://eboutique.maisonmartinmargiela.com/" target="_blank">Yoox&#8217; Unterstützung, auf der eigenen Seite</a>. Läuft wohl immer noch nicht gut genug, Jungs? &#8220;Many times, I heard friends asking me where they could find some of the amazing creations by Maison Martin Margiela,&#8221; sagt Herr Rosso. Na gut. Aber auch wenns die slicken Freunde am Pool nicht verstehen, muss man das Konzept doch nicht anbieten wie Sauerbier. Schneller und zielstrebiger kann man ein ehemaliges Avantgarde-Label jedenfalls nicht entzaubern. (Mehr zum Dramolett Margiela/Rosso/Marchetti kann man übrigens <a href="http://www.sounds-like-me.com/news/artisanal-ausverkauf-gute-gedanken-auf-dem-grabbeltisch/#more-8653" target="_blank">hier</a> in einem Artikel von <a href="http://www.sounds-like-me.com/news/author/friederike-steinert/" target="_blank">Friederike Steinert</a> nachlesen.)</p>
<p>Der erst im September angekündigte Launch der neuen MMM Brillenlinie  in Kooperation mit <a href="http://www.cutlerandgross.com/" target="_blank">Cutler and Gross </a>wird die Kommerzialisierung der bislang als eher unverkäuflich geltenden Marke nicht aufhalten. Ganz im Gegenteil kann man sich die Modelle &#8216;Theo&#8217; und &#8216;Chloe&#8217;  so gut an Großstadtnasen in aller Welt vorstellen, dass sie für eltäre Avantgarde-Einsätze eindeutig disqualifiziert sind:</p>
<p><img title="MartinMargiela_Cuttler&amp;Gross" alt="MMM_ChoeAndTheo" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2010/10/MMM_ChoeAndTheo-1024x498.png" width="1024" height="498" /></p>
<p style="text-align: center;">//&#8221;&#8216;wrong size&#8217; &#8211; a geometric play on lenses seemingly ill-fitting the frame&#8221; und &#8220;&#8216;anatomic&#8217; &#8211; an enlarged rounded shape enveloping the face to protect the full visual field.&#8221; Quelle Bilder: MMM Press Office///</p>
<p style="text-align: left;">Vorerst letzter Streich ist die Sommerkollektion 2011, in der eine Idee aus den 90er Jahren recycelt und auf schick getrimmt wird. 1999 gab es eine Show in einer alten Pariser Villa, die über so absurd luxuriöse Features wie eigene Dienstbotenaufzüge verfügte. Die Besitzerin hörte auf den Namen Schlumberger und die Event Agentur, die die Show damals ausrichtete, war später auch bei Boss aktiv, aber das ist Gossip und tut nichts zur Sache. Jedenfalls defilierte man unter anderem in sogenannten 2D-Anzügen. Die Stücke der Kollektion waren abfotografiert und auf Papptafeln gedruckt worden, Models trugen sie wie Werbetafeln über den Laufsteg.</p>
<p style="text-align: left;"><img alt="1999" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2010/10/1999-1024x369.png" width="1024" height="369" /></p>
<p style="text-align: center;">///aus: Maison Martin Margiela STREET Special edition Voliumes 1 &amp; 2///</p>
<p style="text-align: left;">Obwohl man kürzlich den guten alten Harley aus New York zurück an die Seine geholt und die Designerin der Damenlinie schon seit langem mit einem schmucken Bauernhof in Italien inspirativ befriedet hat, schüttelt das kreative Team eine alte Kamelle aus dem Ärmel. Aber warum sollte man auch eine Idee wegwerfen, wenn man noch was draus machen kann? Ganz im Sinne der heute überall zitierten &#8216;Sustainability&#8217; ist die Sommerkollektion 2011 nichts Anderes, als die Stoffwerdung einer Idee aus dem letzten Jahrzehnt. &#8220;The front is a flat rectangle, whilst the back reveals the woman’s body – as if it has been vacuum formed.&#8221; Aha. Na das hat mir gerade noch gefehlt.</p>
<p style="text-align: left;"><img alt="MMM_2011_1" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2010/10/MMM_2011_1-1024x616.png" width="1024" height="616" /></p>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter" alt="MMM_2011_2" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2010/10/MMM_2011_2-1024x598.png" width="1024" height="598" /></p>
<p>///&#8221;Men’s wardrobe meets the woman’s body.&#8221; Quelle: MMM Press Office///</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Beitrag wurde auch auf <a title="Sounds-Like-Me" href="http://www.sounds-like-me.com" target="_blank">Sounds-Like-Me</a> veröffentlicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
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