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	<title>twentysixlettersEconomics | twentysixletters</title>
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		<title>„There’s a there, there“</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Sep 2013 21:50:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Rauh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Economics]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Das erste Mal von The WELL hörte ich Anfang der 1990er Jahre. In einem deprimierenden Kölner Vorort lag ich auf hässlicher Auslegeware und sah auf einem kleinen grauen Fernseher eine Reportage, während mein Freund und selbsternannter Mentor darauf bestand, dass ich mir alles bis zum Ende ansah und zur Motivationssteigerung versuchte, mich mit in Lake schwimmenden Tiefseekrabben zu füttern. Ganz davon abgesehen, dass es kaum ein Nahrungsmittel gibt, das mich weniger anspricht, hätte es der versuchten Bestechung nicht bedurft. Ich starrte so gebannt auf den Bildschirm, dass ich beinahe mit dem Fernseher verwachsen wäre. Ich wusste, dass das hier etwas war, was eine Bedeutung hatte. Dass da etwas passierte, was eine Wirkung haben würde. Dass es sich verbreiten würde, wie ein Flächenbrand. &#160; // Foto: Michael Hoelzl©2009VG-Bildkunst-Bonn//&#8221;Der Begriff Schwarmverhalten bezeichnet das Verhalten von Fischen, Vögeln, Insekten und anderen Tieren, &#8230;&#8221;// &#160; 1985 stellten ein paar Freaks einen Server in Sausalito, Nordkalifornien, auf und gründeten die erste Internetcommunity. Stewart Brand und Larry Brilliant sind die Namen der Gründer, die mit ihrem „The Whole Earth &#8216;Lectronic Link“ (The WELL) zunächst Schreiber und Leser des Whole Earth Review und zunehmend auch andere Kreative und Interessierte verschiedenster Bereiche miteinander vernetzten. So legten sie den Grundstein für DAS Kommunikationsmedium schlechthin, das Internet, wie wir es [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das erste Mal von <a href="http://www.well.com" target="_blank">The WELL</a> hörte ich Anfang der 1990er Jahre. In einem deprimierenden Kölner Vorort lag ich auf hässlicher Auslegeware und sah auf einem kleinen grauen Fernseher eine Reportage, während mein Freund und selbsternannter Mentor darauf bestand, dass ich mir alles bis zum Ende ansah und zur Motivationssteigerung versuchte, mich mit in Lake schwimmenden Tiefseekrabben zu füttern.</p>
<p>Ganz davon abgesehen, dass es kaum ein Nahrungsmittel gibt, das mich weniger anspricht, hätte es der versuchten Bestechung nicht bedurft. Ich starrte so gebannt auf den Bildschirm, dass ich beinahe mit dem Fernseher verwachsen wäre. Ich wusste, dass das hier etwas war, was eine Bedeutung hatte. Dass da etwas passierte, was eine Wirkung haben würde. Dass es sich verbreiten würde, wie ein Flächenbrand.</p>
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<p><img class="aligncenter" alt="schwarm_hoelzl19" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2009/10/schwarm_hoelzl19.jpg" width="700" height="440" /></p>
<p style="text-align: center;">// Foto: <a href="http://www.michaelhoelzl.com/" target="_blank">Michael Hoelzl©2009VG-Bildkunst-Bonn</a>//&#8221;Der Begriff Schwarmverhalten bezeichnet das Verhalten von Fischen, Vögeln, Insekten und anderen Tieren, &#8230;&#8221;//</p>
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<p>1985 stellten ein paar Freaks einen Server in Sausalito, Nordkalifornien, auf und gründeten die erste Internetcommunity. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Steward_Brand" target="_blank">Stewart Brand</a> und <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Larry_Brilliant" target="_blank">Larry Brilliant</a> sind die Namen der Gründer, die mit ihrem „The Whole Earth &#8216;Lectronic Link“ (The WELL) zunächst Schreiber und Leser des <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Whole_Earth_Review" target="_blank">Whole Earth Review</a> und zunehmend auch andere Kreative und Interessierte verschiedenster Bereiche miteinander vernetzten. <img title="More..." alt="" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" />So legten sie den Grundstein für DAS Kommunikationsmedium schlechthin, das Internet, wie wir es heute kennen und nutzen – auch für Social Media.</p>
<p>In The Well geschah geradezu Unerhörtes. Gespräche, Gedankenaustausch, ganze Leben fanden im virtuellen Raum statt. Der physische Ort wurde zum Beiwerk, zum „second“ im Life der Mitglieder der Community. Das stationäre &#8220;wo&#8221; des Cyberspace spielte keine Rolle. „There’s a there, there,“ heißt es etwas lapidar auf der Website von The WELL. Es ist da, also ist es.</p>
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<p><img class="aligncenter" alt="schwarm_hoelzl18" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2009/10/schwarm_hoelzl18.jpg" width="700" height="440" /></p>
<p style="text-align: center;">// Foto: <a href="http://www.michaelhoelzl.com/" target="_blank">Michael Hoelzl©2009VG-Bildkunst-Bonn</a>//&#8221;sich zu Aggregationen von Individuen – meist gleicher Art und Größe – zusammenzuschließen“ (Quelle: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarmverhalten" target="_blank">Wikipedia</a>)//</p>
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<p>Auch der heute sehr bekannte Social Media- und Community Experte <a href="http://www.rheingold.com/" target="_blank">Howard Rheingold</a> hat seine Wurzeln im Umfeld von The WELL. Als Redakteur des Whole Earth Review wurde er zu einer einflussreichen Schlüsselfigur der Szene; die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Howard_Rheingold" target="_blank">Schöpfung des Begriffs „Virtual Community“ schreibt man ihm zu</a>. Auf seinem <a href="http://vlog.rheingold.com/" target="_blank">Vlog</a> lässt er die Welt an seinen Gedanken, Ideen und Theorien teilhaben – jedem, der beruflich oder privat viel mit den Themen Social Media und Community zu tun hat, sei das hiermit wärmstens empfohlen!</p>
<p>Persönlich verbinde ich meine Online-Aktivitäten gerne auch mit Fakten zum Anfassen. Dass etwas virtuell schön ist, finde ich zwar toll, aber nicht befriedigend. Ich würde mir zu gerne mal <a href="http://www.colletta-it.com/" target="_blank">La Colletta</a> ansehen, das restaurierte Internetcommunity-Bergdorf im ligurischen Hinterland, das neben High-Speed Internet, WLAN und bestem Mobilfunk-Empfang auch über eine atemberaubende Aussicht, Pools und schöne Häuser verfügt und wo man sich mit seiner Peergroup sowohl per Chat austauschen, als auch auf ein gemeinsames Abendessen treffen kann&#8230; Media, wenn Du wirklich social bist, schickst Du mich ganz bald für einen kleinen Rechercheauftrag dort hin. Hm?</p>
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<p>Dieser Beitrag wurde auch auf <a href="http://www.sounds-like-me.com/">Sounds-Like-Me</a> veröffentlicht.</p>
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		<title>The Return of the Sofortbildkamera</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Sep 2013 21:28:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Rauh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Design]]></category>
		<category><![CDATA[Economics]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Analogfotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Polanoid]]></category>
		<category><![CDATA[Polaroid]]></category>
		<category><![CDATA[Sofortbildkamera]]></category>
		<category><![CDATA[The Impossible Project]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Jahr 2004 begann die Geschichte einer leidenschaftlichen Liebe. Zwei gelangweilte Österreicher machten ein Bild mit einer Polaroidkamera und waren sofort Feuer und Flamme für dieses riechende, greifbare, unmittelbare Medium. Schnell entdeckten sie, dass sie mit ihrer Leidenschaft alles andere als alleine waren und sie beschlossen, den Fortbestand der Sofortbildfotografie zu retten. Also kauften sie kurzerhand die Polaroidwerke, setzten eine Community-basierte Website für alle Fans und Freunde auf und erdachten einen neuen Namen, der alle Suchenden und Süchtigen auf die richtige Spur führen sollte (die Rechte am Namen Polaroid hatten sie nicht bekommen): POLANOID. Ein Wort, das neben der großen Affinität zum ursprünglichen Namensgeber auch das große Maß an Leidenschaft transportieren soll, das sowohl die Firmengründer als auch die Mitglieder ihres Netzwerks antreibt. &#160; //Foto:  Michael Hoelzl©2009VG-Bildkunst-Bonn// &#160; Auf polanoid.net findet man neben vielen Informationen zu einzelnen Sofortbildkameras und –Filmen auch eine umfangreiche Polaroid-Fotogalerie sowie Video-Turtorials und andere Kurzfilme zum Thema. Darüber hinaus werden verschiedene Projekte  vorgestellt, an denen sich die Mitglieder der Community beteiligen können und so eine öffentliche Plattform für ihre oft privat erstellten Bilder erhalten. 2009 zählte die Fangemeinde von Polanoid über 18.000 Mitglieder und es werden täglich mehr. Beobachten kann man alle Aktivitäten auf der Website über tagesaktuelle Statistiken. Da soll [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Im Jahr 2004 begann die Geschichte einer leidenschaftlichen Liebe. Zwei gelangweilte Österreicher machten ein Bild mit einer Polaroidkamera und waren sofort Feuer und Flamme für dieses riechende, greifbare, unmittelbare Medium. Schnell entdeckten sie, dass sie mit ihrer Leidenschaft alles andere als alleine waren und sie beschlossen, den Fortbestand der Sofortbildfotografie zu retten. Also kauften sie kurzerhand die Polaroidwerke, setzten eine Community-basierte Website für alle Fans und Freunde auf und erdachten einen neuen Namen, der alle Suchenden und Süchtigen auf die richtige Spur führen sollte (die Rechte am Namen Polaroid hatten sie nicht bekommen): POLANOID. Ein Wort, das neben der großen Affinität zum ursprünglichen Namensgeber auch das große Maß an Leidenschaft transportieren soll, das sowohl die Firmengründer als auch die Mitglieder ihres Netzwerks antreibt.<img title="More..." alt="" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img alt="SX70" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2009/12/SX70.jpg" width="700" height="462" /></p>
<p style="text-align: center;">//Foto:  <a href="http://www.michaelhoelzl.com/" target="_blank">Michael Hoelzl</a>©2009VG-Bildkunst-Bonn//</p>
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<p>Auf <a href="http://www.polanoid.net/" target="_blank">polanoid.net</a> findet man neben vielen Informationen zu einzelnen Sofortbildkameras und –Filmen auch eine umfangreiche Polaroid-Fotogalerie sowie Video-Turtorials und andere Kurzfilme zum Thema. Darüber hinaus werden verschiedene Projekte  vorgestellt, an denen sich die Mitglieder der Community beteiligen können und so eine öffentliche Plattform für ihre oft privat erstellten Bilder erhalten.</p>
<p>2009 zählte die Fangemeinde von Polanoid über 18.000 Mitglieder und es werden täglich mehr. Beobachten kann man alle Aktivitäten auf der Website über tagesaktuelle Statistiken. Da soll noch einer sagen, die nicht-digitale-Fotografie sei ein aussterbendes Medium! Es sieht ganz so aus, als wäre sie heute so lebendig wie nie zuvor.</p>
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<p>Dieser Beitrag wurde auch auf <a href="http://www.sounds-like-me.com">Sounds-Like-Me</a> veröffentlicht.</p>
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		<title>„Et hätt noch immer jut jejange.“ &#8211; Im Gespräch mit Nikolaus Jagdfeld</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Sep 2013 07:42:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Rauh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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		<description><![CDATA[Was passiert mit Berlin – bleibt die Stadt an der Spree ein panerotisches Armenhaus oder hat sie eine glanzvollere Zukunft? Wer könnte besser darüber nachdenken als jemand, der Berlin sowohl aus der Perspektive der Sub- als auch der Hochkultur kennt und der darüber hinaus mit einigen Metropolen dieser Welt recht gut vertraut ist. &#160; //Foto: Michael Hoelzl©2013VG-Bildkunst-Bonn// Nikolaus Jagdfeld ist vielen Berlinern ein Begriff. Als Gründer des legendären Scala Clubs in der Friedrichstrasse und auch als Mit-Geschäftsführer des Berliner Departmentstore Quartier 206, einem in ganz Europa für sein einzigartiges Konzept und Angebot bekannten Kaufhaus der Luxusklasse, hat er sich in kurzer Zeit einen Namen gemacht. Recht neu eröffnet hat er den Departmentstore-Cabinet Store, eine Art Raritätensammlung, die sich wohltuend vom sterilen Design anderer Konzept-Stores abhebt. Mode, Fotografie und Interior-Design verbinden sich im Departmentstore-Cabinet, Kunden finden „eine Vielfalt von Objekten unterschiedlichster Art und Herkunft (die) zu einer neuen Einheit und Weltsicht“ verschmelzen. In seinem Berliner Büro gibt Nikolaus Jagdfeld zwischen einer eklektischen Mischung ausgewählter schwarz-weiß Fotografien, ethnischer Kunst und abendländischer Designklassiker Einblick in seine Gedanken über die Zukunft des Handels und Berlin und beantwortet dabei auch ein paar persönliche Fragen. MR_ Ist Berlin nicht nach wie vor eine sehr spröde Stadt, was Luxus anbelangt? [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Was passiert mit Berlin – bleibt die Stadt an der Spree ein panerotisches Armenhaus oder hat sie eine glanzvollere Zukunft? Wer könnte besser darüber nachdenken als jemand, der Berlin sowohl aus der Perspektive der Sub- als auch der Hochkultur kennt und der darüber hinaus mit einigen Metropolen dieser Welt recht gut vertraut ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img alt="jagdfeldsw2" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2010/04/jagdfeldsw2-661x1024.jpg" width="661" height="1024" /></p>
<p style="text-align: center;">//Foto: <a href="http://www.michaelhoelzl.com/" target="_blank">Michael Hoelzl</a>©2013VG-Bildkunst-Bonn//</p>
<p style="text-align: center;">
<p>Nikolaus Jagdfeld ist vielen Berlinern ein Begriff. Als Gründer des legendären Scala Clubs in der Friedrichstrasse und auch als Mit-Geschäftsführer des Berliner Departmentstore <a href="http://www.departmentstore-quartier206.com/" target="_blank">Quartier 206</a>, einem in ganz Europa für sein einzigartiges Konzept und Angebot bekannten Kaufhaus der Luxusklasse, hat er sich in kurzer Zeit einen Namen gemacht. Recht neu eröffnet hat er den Departmentstore-<a href="http://www.departmentstore-cabi.net/">Cabinet Store</a>, eine Art Raritätensammlung, die sich wohltuend vom sterilen Design anderer Konzept-Stores abhebt. Mode, Fotografie und Interior-Design verbinden sich im Departmentstore-Cabinet, Kunden finden „eine Vielfalt von Objekten unterschiedlichster Art und Herkunft (die) zu einer neuen Einheit und Weltsicht“ verschmelzen.</p>
<p>In seinem Berliner Büro gibt Nikolaus Jagdfeld zwischen einer eklektischen Mischung ausgewählter schwarz-weiß Fotografien, ethnischer Kunst und abendländischer Designklassiker Einblick in seine Gedanken über die Zukunft des Handels und Berlin und beantwortet dabei auch ein paar persönliche Fragen.</p>
<p><img title="More..." alt="" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" /></p>
<p>MR_ <strong>Ist Berlin nicht nach wie vor eine sehr spröde Stadt, was Luxus anbelangt? Wie ist das mit den Kunden im Department Store? Sind das Leute, die von irgendwoher nach Berlin kommen oder sind es Berliner?</strong></p>
<p>NJ_ Wir haben im Departmentstore Quartier 206 natürlich viele Touristen, wir haben deutschland- oder europaweit Kunden, aber es kommen auch viele Berliner. Eine weitere große Gruppe sind russische Kunden. Zum einen dadurch, dass Russland nahe ist, den Berlinern auch mental nah ist -– nach achtzig Jahren Kommunismus war Berlin der erste sichere Hafen. Es gibt eine ganze Menge Russen die hier wohnen, die auch keine Berührungsängste vor Ost-Berlin haben. Darüber hinaus gibt es einen Trend zum Zweitwohnsitz in Berlin. Viele wohlhabende Familien aus ganz Deutschland haben heute eine Wohnung in Mitte. Die ziehen dort hin, wo Kunst, Kultur, Restaurants und interessante Geschäfte sind.</p>
<p>Eine ähnliche Entwicklung kennt man schon länger aus anderen Ländern &#8211; Familien in Frankreich oder England, aus Manchester oder Liverpool, New Castle, Marseille oder Bordeaux, haben eine Zweitwohnung in der Hauptstadt. Das passiert hier auch. Manche ziehen zwar nach Charlottenburg, aber im Prinzip ist West-Berlin wie Köln und Hamburg – fertig. Ein Tennisclub, Golfclub, Italiener, ein Stück KuDamm&#8230; da wird alles nur noch substituiert. Wenn zum Beispiel in Hamburg ein Restaurant aufmacht, muss ein anderes schließen, wohingegen hier im Ostteil Berlins immer etwas Neues eröffnen kann und da macht keiner zu. Es wächst sukzessive.</p>
<p>MR_ <strong>Ich habe gehört, dass Sie das alte Kino, das Scala in der Friedrichstrasse, nach langem Leerstand quasi zuerst wieder nutzten, weil Sie einen Raum suchten, in dem Sie ungestört laut Gitarre spielen konnten.</strong></p>
<p>NJ_ Ja, ich wollte dort Schlagzeug spielen. Ich habe dann einen Club aufgemacht und den drei Jahre geführt, immer mit einem jeweiligen Manager. Das letzte Jahr war das der Connie, Connie Opper.</p>
<p>MR_ <strong>Vom Rio.</strong></p>
<p>NJ_ Genau, das Rio machte gerade zu. Ja, das Scala habe ich gegründet, die Firma gehört mir auch noch &#8211; aber ich löse sie jetzt auf.</p>
<p>MR_ <strong>Machen Sie noch Musik?</strong></p>
<p>NJ_ Ich spiele selber  selber ein bisschen, ja. Ich lege auf, spiele Gitarre und spiele Klavier, aber nicht mehr so viel. Es ist weniger geworden leider, durch die Arbeit, aber ich spiele noch mit großer Freude. Und ich höre unglaublich viel. Ich lebe sehr mit Musik. Wenn ich aufstehe, mache ich als erstes Musik an.</p>
<p>MR_ <strong>Sie haben in London studiert, wie ist das, von London nach Berlin zu ziehen?</strong></p>
<p>NJ_ Sehr angenehm. London ist eine ganz andere Art Stadt. Da ist viel mehr&#8230; da ist mehr Druck. Viele Ausländer bringen ihr Geld nach London, wegen der Steuervorteile. Man kann fast sagen, wer seine Firma verkauft, weltweit, zieht nach London. Auch die über fünfhundert Jahre Kolonialzeit merkt man London an, es leben mehr als 12 Millionen Menschen dort. Das hat unglaublich viel Kraft und Druck. Das Essen ist hervorragend, viele Dienstleistungen sind die besten in Europa&#8230; London ist eine wunderbare Stadt die ich sehr mag und auch vermisse. Allerdings ist London auch sehr teuer. Wenn man einmal aus dem Haus geht, ist man zwanzig Pfund los, selbst wenn man gar nichts macht.</p>
<p>Berlin gefällt mir unglaublich gut, es ist lockerer, einfacher. Man kann in Berlin vieles machen und es gibt viel Spannendes. Berlin wächst als Stadt auch neu zusammen, während alle anderen Städte sehr fertig entwickelt sind. Berlin findet sich neu. Es entwickelt sich eine neue Art von, man sagt „Berliner Republik“ &#8211; viele Deutsche sind einmal im Monat hier, gehen dann in den bekannten Restaurants essen, oder treffen sich mit Leuten, oder was auch immer. Wir hatten seit achtzig Jahren keine richtige Hauptstadt und auch keine richtige Metropole. Ein junger Lagerfeld ist abgehauen aus dem Norddeutschen nach Paris. Er ging nicht nach München oder Hamburg denn da „ging nichts.“ Das heißt, natürlich „ging da was,“ aber für eine richtig gute Person bot Paris mehr Potential.</p>
<p>MR_ <strong>Bis Ende der neunziger Jahre ist fast jeder, der wirklich erfolgreich sein wollte, weggegangen aus Deutschland, zumindest im Designbereich.</strong></p>
<p>NJ_ Ja, Köln, Hamburg und München und Düsseldorf bieten eben auch nicht die Plattform für eine bestimmte Qualität, das muss man leider sagen.</p>
<p>MR_ <strong>Woran liegt das? Liegt das an der deutschen Mentalität? Liegt es auch am Neid?</strong></p>
<p>NJ_ Es liegt an der Größe der Stadt. Und es liegt an der Sicherheit und an dem Wohlstand in Deutschland. Wenn Sie sich mal so einen Melting Pot wie London anschauen, wo es gar kein soziales Netz gibt, da haben Sie in jedem Supermarkt jemanden, der Ihnen die Tüten einpackt. Da lastet ein ganz anderer Druck auf den Menschen. Oder nehmen Sie New York, mit den vielen Einwanderern &#8211; oder insgesamt die USA mit den vielen Hispanics &#8211; da ist eine ganz andere Bewegung, eine andere Reibung. Natürlich sind da auch ganz andere Möglichkeiten. Das New York der 80er Jahre, als keiner den Überblick hatte, war ziemlich wild. Viele sagen, es erinnert sie an das Berlin von heute. Und so hat jede Stadt, auch einen gewissen Entwicklungsabschnitt, in dem sie sich befindet. In Berlin ist es gerade besonders spannend, weil es diese Konstellation so sonst nirgends auf der Welt gibt.</p>
<p>MR_ <strong>In Berlin ändert sich vieles. Ich habe den Eindruck, es wird vieles professioneller.</strong></p>
<p>NJ_ Die Leute werden älter.</p>
<p>MR_ <strong>Ja, sie werden älter und haben auch einen anderen Anspruch. Es ist ein deutlich anderer Dreh dazugekommen, als etwa vor zehn Jahren in Berlin. Was mich lange gestört hat, an dieser Stadt – was ich auf der einen Seite sehr mochte, weil man sehr viel Raum zum Ausprobieren hatte, aber was auf der anderen Seite auch am Weiterkommen hindert, man blockiert sich ja selber &#8211; ist dieses ewige „Gebastel“. Jeder bastelt was.</strong></p>
<p>NJ_ Ja, jeder ist zwischen zwei Projekten. Sie treffen jemanden, „was machst Du grade“ „wir arbeiten gerade an so einem Projekt,“ sechs Wochen später trifft man ihn, „na, wie läuft das Projekt“ „welches Projekt.“</p>
<p>MR_ <strong>Genau.</strong></p>
<p>NJ_ Das liegt aber eben auch daran, wie viel Druck auf den Leuten lastet. In Berlin gab es das lange nicht. Aber was macht man hier? Stellen Sie sich vor, Sie sind Designstudent, Modestudent, und sind fertig hier in Berlin. Wo gehen Sie denn hin? Zu Michalsky? Wenn Sie Glück haben. Was machen Sie in Paris? Da gehen Sie zu Chanel, Dior, Yves Saint Laurent, oder wohin auch immer. Das heißt, dort sind schon ganz andere Strukturen. Die Strukturen wachsen aber in Berlin auch mit der Gesellschaft und der Stadt weiter.</p>
<p>Wer in den neunziger Jahren kam und aufbaulustig war, irgendwas machen wollte, zum Beispiel in der Auguststrasse, Linienstrasse, Scheunenviertel, wo auch immer, zum Beispiel einen Club im Keller&#8230; Zum Beispiel Cookie. Das Cookies war umsonst, for free, easy going, ging alles. Irgendwann hat es Eintritt gekostet, dann ist es mal umgezogen, mittlerweile macht das Cookies Veranstaltungen und hat als Sidekick das Cream und Cookie fährt mit Sicherheit auch nicht mehr in die Uckermark in Ferien, sondern nach Ibiza oder nach Portugal. Was auch genau richtig ist! Diese Entwicklung gibt es mit vielen anderen Leuten auch. Die Autos sind heute Range Rover und nicht mehr der Passat&#8230; So wächst alles und dem entsprechend, wachsen auch die Ansprüche. Es gibt viele Berliner, die jetzt international arbeiten, zum Beispiel Stylisten oder Fotografen, die leben in Berlin, fahren nach Paris, gehen dort Mittagessen, bekommen den Job bezahlt nach Pariser Tarif. Wenn sie zurückkommen fangen sie an, bestimmte Standards, die sie von dort kennen, auch hier nachzufragen. Sei das Organic Food, gewisse Dienstleistungen&#8230; und das wächst dann alles Stück für Stück. In Berlin ist eine unglaubliche Aufbruchs- und Unternehmerstimmung. Vieles ist möglich.</p>
<p>Berlin zieht viel Potential an. Es kommen junge Franzosen, Italiener, Engländer &#8211; die wollen auch erst mal Party machen, easy living, das wofür Berlin berühmt ist -  aber sie finden sich auch in Grüppchen zusammen und machen gute Sachen. Das ganze intellektuelle Potential, das rein gesogen worden ist in die Stadt, das muss erst noch sichtbar werden – und auch erfolgreich. Ich glaube, das ist genau der Prozess, der die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre interessant ist.</p>
<p>Im Bereich Wissenschaft ist Berlin ja bereits gut aufgestellt. Mit Adlershof bekommen wir einen guten Technologie-Standort, die Charité gehört neben Harvard mittlerweile zu den weltbesten Medizin-Standorten. Künstler sind exzellent vertreten, das Design-Dienstleistungssegment ist mit vielen Grafikern und anderen Freelancern gut vertreten. Was natürlich fehlt, ist eine industrielle Basis. Die Industrie wurde lange über den Westen subventioniert und nach der Wende konnten die Betriebe nicht mehr existieren, weil sie von Transferleistungen gelebt haben und als sie sich dann dem Markt stellen mussten, gingen sie den Bach runter. Auf der anderen Seite sehe ich das aber auch halb als Vorteil. Wenn man sieht, was derzeit in Thüringen passiert oder auch im Ruhrgebiet – wir müssen in Berlin nicht de-industrialisieren. Das ist in Thüringen ein richtiges Desaster. Man verwendet Steuergelder, um Opel aufrecht zu erhalten, aber die Amis haben sowieso vor, abzuhauen. Man macht sich was vor, wenn man noch zwei Jahre die Arbeitsplätze hält – danach kommt die Schließung so oder so. Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir hätten in Berlin auch noch Autowerke zu stützen, die langsam dahinsiechen, weil die Produktion sich nun einfach mal nach Asien verlagert&#8230;</p>
<p>Die Amerikaner sind da schon weiter. Es gibt ja drei Hauptsektoren, Agrar, Produktion, also Industrie, und Dienstleistungen. Die USA sind im Dienstleistungssektor schon sehr weit. Eine Dienstleistung kann ich nicht von woanders her bekommen. Stellen Sie sich vor, Sie bestellen sich eine Massage, die kommt nicht aus China, die kommt aus Berlin. Oder Sie lassen sich die Nägel machen, dafür fliegen Sie nicht nach Hong Kong oder lassen sich was schicken, das machen Sie vor Ort.</p>
<p>MR_ <strong>Dann sehen Sie die Zukunft Berlins eher auf dem Dienstleistungs- oder Handelssektor?</strong></p>
<p>NJ_ Im Bereich Dienstleistung und Tourismus. Aber ich glaube, dass auch andere Branchen sich hier wieder ansiedeln werden. Es gibt ja schon erste Versuche, zum Beispiel im Bereich der Medien. Wenn man sich allein die Filmbranche anschaut &#8211; was die aus Köln und München nach Babelsberg oder nach Berlin gebracht hat, das ist schon beachtlich. Berlin hat viel Potential. Jedem gefällt’s, alles ist gut – „allet schick,“ wie man hier so sagt.</p>
<p>MR_ <strong>Haben Sie ein persönliches Motto, oder gibt es einen Grundsatz, nach dem Sie leben, ein Leitmotiv?</strong></p>
<p>NJ_ Ja, das rheinische Glaubensbekenntnis. Das habe ich, als ich klein war, durch meinen Großvater kennen gelernt. „Tu niemand was an, was Du nicht willst, was man Dir antut, jeder Jeck is ene andere, jedem Tierchen sein Pläsierchen“ &#8211; so was in der Richtung. Das sind ein paar Grundregeln, die einfach überall funktionieren und ich glaube daran.</p>
<p>MR_ <strong>Ihr Großvater ist jemand, der für Sie besonders wichtig ist?</strong></p>
<p>NJ_ Ja, klar, aber auch genau so wichtig ist mein Vater. Von meinem Großvater habe ich viel gelernt, was Lebensweisheiten angeht. Aber alle anderen in meiner Familie sind mir aber ebenso wichtig. Ich habe auch viel von meiner Mutter gelernt. Ich bin auf dem Land aufgewachsen, dort bekommt man viele solcher Grundsätze mit. „Et is wie et is“. Vielleicht wäre das sogar das Obermotto. Es kütt wie et kütt und et is noch immer jut jejangen. Und sonst versuche ich, ohne Furcht durchs Leben zu gehen. Das ist auch wichtig.</p>
<p>MR_ <strong>Was bedeutet für Sie persönlich Glück?</strong></p>
<p>NJ_ (Pause)&#8230; Das ist schwer zu sagen. Gesundheit, dass alle Leute die mir wichtig sind, gesund sind, das ist vielleicht das größte Glück. Und Sachen machen zu können, die einem Spaß machen, das ist auch Glück. Glück ist auch, wenn es allen Leuten gut geht, besonders denen, die einem wichtig sind. Glück gehört entscheidend dazu zum Leben. Man braucht Glück. Das weiß ich auf jeden Fall auch. Und sonst&#8230; Gustav Gans? (lacht) Man sollte genügsam und demütig sein. Man wird oft darauf trainiert, dass Glück nur das und das heißt &#8211; mir reicht das relativ simpel. Eigentlich reicht würde es reichen, wenn alle gesund sind und hier sind. Alles andere kommt und geht und heißt auch nicht so viel. Es kütt wies kütt und ist wie’s ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Déja Vu?</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Sep 2013 15:04:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Rauh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Economics]]></category>
		<category><![CDATA[Fashion]]></category>

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		<description><![CDATA[“We are creating the most visible store in the world for the ‘most invisible designer&#8217;,&#8221; so Federico Marchetti, Gründer und CEO der Yoox Gruppe. Na, da hat er sich mit seinem Kumpel Renzo ja was Feines ausgedacht. Margiela als 24/7 eStore, nicht nur bei Yoox, sondern jetzt auch noch, mit Yoox&#8217; Unterstützung, auf der eigenen Seite. Läuft wohl immer noch nicht gut genug, Jungs? &#8220;Many times, I heard friends asking me where they could find some of the amazing creations by Maison Martin Margiela,&#8221; sagt Herr Rosso. Na gut. Aber auch wenns die slicken Freunde am Pool nicht verstehen, muss man das Konzept doch nicht anbieten wie Sauerbier. Schneller und zielstrebiger kann man ein ehemaliges Avantgarde-Label jedenfalls nicht entzaubern. (Mehr zum Dramolett Margiela/Rosso/Marchetti kann man übrigens hier in einem Artikel von Friederike Steinert nachlesen.) Der erst im September angekündigte Launch der neuen MMM Brillenlinie  in Kooperation mit Cutler and Gross wird die Kommerzialisierung der bislang als eher unverkäuflich geltenden Marke nicht aufhalten. Ganz im Gegenteil kann man sich die Modelle &#8216;Theo&#8217; und &#8216;Chloe&#8217;  so gut an Großstadtnasen in aller Welt vorstellen, dass sie für eltäre Avantgarde-Einsätze eindeutig disqualifiziert sind: //&#8221;&#8216;wrong size&#8217; &#8211; a geometric play on lenses seemingly ill-fitting the frame&#8221; und &#8220;&#8216;anatomic&#8217; &#8211; an enlarged rounded shape enveloping [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>“We are creating the most visible store in the world for the ‘most invisible designer&#8217;,&#8221; so Federico Marchetti, Gründer und CEO der Yoox Gruppe. Na, da hat er sich mit seinem Kumpel Renzo ja was Feines ausgedacht. Margiela als 24/7 eStore, nicht nur bei <a href="http://www1.yoox.com/searchresult.asp/tskay/B490DC11/dept/women/type/1/textsearch/margiela/toll/A/ipp/40/gender/D" target="_blank">Yoox</a>, sondern jetzt auch noch, mit <a href="http://eboutique.maisonmartinmargiela.com/" target="_blank">Yoox&#8217; Unterstützung, auf der eigenen Seite</a>. Läuft wohl immer noch nicht gut genug, Jungs? &#8220;Many times, I heard friends asking me where they could find some of the amazing creations by Maison Martin Margiela,&#8221; sagt Herr Rosso. Na gut. Aber auch wenns die slicken Freunde am Pool nicht verstehen, muss man das Konzept doch nicht anbieten wie Sauerbier. Schneller und zielstrebiger kann man ein ehemaliges Avantgarde-Label jedenfalls nicht entzaubern. (Mehr zum Dramolett Margiela/Rosso/Marchetti kann man übrigens <a href="http://www.sounds-like-me.com/news/artisanal-ausverkauf-gute-gedanken-auf-dem-grabbeltisch/#more-8653" target="_blank">hier</a> in einem Artikel von <a href="http://www.sounds-like-me.com/news/author/friederike-steinert/" target="_blank">Friederike Steinert</a> nachlesen.)</p>
<p>Der erst im September angekündigte Launch der neuen MMM Brillenlinie  in Kooperation mit <a href="http://www.cutlerandgross.com/" target="_blank">Cutler and Gross </a>wird die Kommerzialisierung der bislang als eher unverkäuflich geltenden Marke nicht aufhalten. Ganz im Gegenteil kann man sich die Modelle &#8216;Theo&#8217; und &#8216;Chloe&#8217;  so gut an Großstadtnasen in aller Welt vorstellen, dass sie für eltäre Avantgarde-Einsätze eindeutig disqualifiziert sind:</p>
<p><img title="MartinMargiela_Cuttler&amp;Gross" alt="MMM_ChoeAndTheo" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2010/10/MMM_ChoeAndTheo-1024x498.png" width="1024" height="498" /></p>
<p style="text-align: center;">//&#8221;&#8216;wrong size&#8217; &#8211; a geometric play on lenses seemingly ill-fitting the frame&#8221; und &#8220;&#8216;anatomic&#8217; &#8211; an enlarged rounded shape enveloping the face to protect the full visual field.&#8221; Quelle Bilder: MMM Press Office///</p>
<p style="text-align: left;">Vorerst letzter Streich ist die Sommerkollektion 2011, in der eine Idee aus den 90er Jahren recycelt und auf schick getrimmt wird. 1999 gab es eine Show in einer alten Pariser Villa, die über so absurd luxuriöse Features wie eigene Dienstbotenaufzüge verfügte. Die Besitzerin hörte auf den Namen Schlumberger und die Event Agentur, die die Show damals ausrichtete, war später auch bei Boss aktiv, aber das ist Gossip und tut nichts zur Sache. Jedenfalls defilierte man unter anderem in sogenannten 2D-Anzügen. Die Stücke der Kollektion waren abfotografiert und auf Papptafeln gedruckt worden, Models trugen sie wie Werbetafeln über den Laufsteg.</p>
<p style="text-align: left;"><img alt="1999" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2010/10/1999-1024x369.png" width="1024" height="369" /></p>
<p style="text-align: center;">///aus: Maison Martin Margiela STREET Special edition Voliumes 1 &amp; 2///</p>
<p style="text-align: left;">Obwohl man kürzlich den guten alten Harley aus New York zurück an die Seine geholt und die Designerin der Damenlinie schon seit langem mit einem schmucken Bauernhof in Italien inspirativ befriedet hat, schüttelt das kreative Team eine alte Kamelle aus dem Ärmel. Aber warum sollte man auch eine Idee wegwerfen, wenn man noch was draus machen kann? Ganz im Sinne der heute überall zitierten &#8216;Sustainability&#8217; ist die Sommerkollektion 2011 nichts Anderes, als die Stoffwerdung einer Idee aus dem letzten Jahrzehnt. &#8220;The front is a flat rectangle, whilst the back reveals the woman’s body – as if it has been vacuum formed.&#8221; Aha. Na das hat mir gerade noch gefehlt.</p>
<p style="text-align: left;"><img alt="MMM_2011_1" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2010/10/MMM_2011_1-1024x616.png" width="1024" height="616" /></p>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter" alt="MMM_2011_2" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2010/10/MMM_2011_2-1024x598.png" width="1024" height="598" /></p>
<p>///&#8221;Men’s wardrobe meets the woman’s body.&#8221; Quelle: MMM Press Office///</p>
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		<title>Unser täglich Steak gib uns heute</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Sep 2013 08:11:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Rauh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Economics]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[CO2]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[FAO]]></category>
		<category><![CDATA[Fleisch]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;gib uns heute.  Und am Besten vergibst Du uns auch gleich unsere Schuld, denn die Produktion von einem Kilo Rindfleisch belastet das Klima so stark wie etwa 250 Kilometer Autofahrt. &#160; &#160; In konkreteren Zahlen heißt das: Auf ein Kilo Rindfleisch entfallen 36 Kg CO2; ein Auto stößt auf einer Strecke von 250 Kilometern 40 kg des schädlichen Treibhausgases aus. Dabei sind Emissionen, die für Transport und Weiterverarbeitung des Fleisches anfallen, noch gar nicht mitgerechnet. Fleisch zu essen ist also schlecht fürs Klima – und das ist eine Wahrheit die mir persönlich nicht gut schmeckt. Das geht natürlich nicht nur mir so. Forscher arbeiten seit geraumer Zeit an Lösungen, die unseren heiß geliebten Wiederkäuern einfach das muntere vor-sich-hin-Blähen abgewöhnen sollen. Reicht es, wenn das von mir verzehrte Rind die richtigen Tabletten genommen hat (bzw. will ich das?) und ich meine fleischlichen Sünden auf dem Fahrrad abstrample statt sie im Auto auszusitzen? Oder sollte ich mich lieber gleich an den Gedanken gewöhnen, mir in Zukunft öfter mal eine schöne Scheibe Sellerie in die Pfanne zu werfen? Essen, Energieverbrauch und Klima sind ein untrennbar miteinander verknüpftes Dreigestirn; tierische Nahrungsmittel stehen an erster Stelle, wenn es um den Ausstoß von Treibhausgasen geht. Laut einer Studie der FAO aus [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;gib uns heute.  Und am Besten vergibst Du uns auch gleich unsere Schuld, denn die Produktion von einem Kilo Rindfleisch <a href="http://www.newscientist.com/article/mg19526134.500" target="_blank">belastet das Klima so stark wie etwa 250 Kilometer Autofahrt.</a></p>
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<p><img alt="Kuehe" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-content/uploads/2009/09/Kuehe-1024x548.jpg" width="1024" height="548" /></p>
<p><img title="More..." alt="" src="http://www.sounds-like-me.com/news/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In konkreteren Zahlen heißt das: Auf ein Kilo Rindfleisch entfallen 36 Kg CO2; ein Auto stößt auf einer Strecke von 250 Kilometern 40 kg des schädlichen Treibhausgases aus. Dabei sind Emissionen, die für Transport und Weiterverarbeitung des Fleisches anfallen, noch gar nicht mitgerechnet. Fleisch zu essen ist also schlecht fürs Klima – und das ist eine Wahrheit die mir persönlich nicht gut schmeckt.</p>
<p>Das geht natürlich nicht nur mir so. Forscher arbeiten seit geraumer Zeit an Lösungen, die unseren heiß geliebten Wiederkäuern einfach das <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,491402,00.html" target="_blank">muntere vor-sich-hin-Blähen abgewöhnen</a> sollen. Reicht es, wenn das von mir verzehrte Rind die richtigen Tabletten genommen hat (bzw. will ich das?) und ich meine fleischlichen Sünden auf dem Fahrrad abstrample statt sie im Auto auszusitzen? Oder sollte ich mich lieber gleich an den Gedanken gewöhnen, mir in Zukunft öfter mal eine schöne Scheibe Sellerie in die Pfanne zu werfen?</p>
<p>Essen, Energieverbrauch und Klima sind ein untrennbar miteinander verknüpftes Dreigestirn; tierische Nahrungsmittel stehen an erster Stelle, wenn es um den Ausstoß von Treibhausgasen geht. Laut einer Studie der <a href="http://www.fao.org" target="_blank">FAO</a> aus dem Jahr 2006 (<a href="http://www.fao.org/docrep/010/a0701e/a0701e00.HTM" target="_blank">Livestock’s Long Shadow &#8211; environmental issues and options</a>) produziert die weltweite Tierhaltung rund 18 Prozent der jährlich ausgestoßenen Treibhausgase.  Treffen die Prognosen ein, haben sich die Werte bis 2050 sogar verdoppelt.</p>
<p>Grundlage für die Berechnungen waren zum einen die Werte über die Methangasproduktion von Kühen, Schweinen und Co. als auch CO2 Emissionen, die bei der Produktion von Düngemitteln entstehen und auch die Auswirkungen von Waldrodung zur Schaffung von Weideland. Auch weitere Bausteine in der Kette wirken sich auf unser Klima aus. Stammt zum  Beispiel das zarte Steak vom glücklichen argentinischen Weiderind, muss es erst lange, gut gekühlte Strecken zurücklegen, um  auf meinem Teller zu landen&#8230; Ein Grund mehr, sich über das eigene Essverhalten Gedanken zu machen.</p>
<p>p.s.: <a href="http://www.lfu.bayern.de/luft/fachinformationen/co2_rechner/index.htm" target="_blank">Mit dem CO2 Rechner</a> des Bayerischen Umweltministeriums kann man seine persönliche CO2 Bilanz ermitteln. Und über eine Aktion von <a href="http://www.utopia.de/provamel" target="_blank">Utopia.de</a> kann man dann gleich mal üben, wie man ein besserer, klimafreundlicher Mensch wird. Gemeinsam mit <a href="http://www.utopia.de/provamel/essen-fuers-klima#zu" target="_blank">Provamel</a> werden Veggie-Testpakete zum Probekauen verlost. Bon Appetit!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Beitrag wurde auch auf <a href="http://www.sounds-like-me.com">Sounds-Like-Me</a> veröffentlicht</p>
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